Reiði“ ist isländisch und bedeutet Wut, Zorn, Rage. Wie wütend das britische Dreiergespann Black Foxxes sein kann, bewiesen sie musikalisch bereits mit ihrem erfolgreichen 2016er-Debütalbum „I’m Not Well„. Das Nachfolgeralbum mit dem bedeutungsschweren Titel, der auf Isländisch fast harmlos klingen mag, arbeitet diese Wut weiter auf.

Dabei erscheint diese Emotion in schier zahllosen Facetten, mal ruhiger & beinahe sanft, mal ohrenbetäubend laut und straight heraus. Schon Einsteigersong „Breathe“ präsentiert gekonnt die kreative Kraft der Band, wenn man spürt, wie sich die Soundwand Stück für Stück weiter aufbaut.

Gar nicht so zornig klingt die Vorabsingle „Sæla„. Zwar wird es hier an der ein oder anderen Stelle mal energischer, im Großen und Ganzen bildet der Song, der übersetzt so viel wie Glückseeligkeit bedeutet, eine gleichsam positive Stimmung. Indie-eske E-Gitarrenriffs unterstützen das Ganze.

„Dreaming of an island with you, hollow out a forest of youth. So, I can reimagine you, it’s why I feel so young.“

Müsste man nun ein Gegenstück zu „Sæla“ finden, wäre es „JOY„. Kratzig, schnell, rotzig, richtig gut. Durchaus der beste Song des Albums, wenn man das Erstlingswerk „I’m Not Well“ mit seiner starken Single „Husk“ geliebt hat. Wer es sphärischer und gedämpfter mag, wird mit „The Big Wild“ oder „Oh, It Had To Be You“ seinen Frieden finden.

Insgesamt wird „Reiði“ von treibenden Gitarren, hallenden Vocals und konstanten Überraschungsmomenten geprägt. Es trägt eine gewisse Schwere mit sich, etwas düsteres, dabei fragil-schönes. Während des Hörens kommt immer wieder ein Gedanke auf: alles erinnert ein wenig an frühere Placebo-Stücke. Die Stimme von Frontsänger Mark Holly, die aufkommende unbesänftigte Stimmung, die Alternative-Rock-Melodie. Endlich! Ein Album, das sich hören lassen kann und einige Schätze beherbergt.



Black Foxxes auf Deutschlandtour
12.04.2018- Köln, Jungle
13.04.2018 – Hamburg, Headcrash
15.04.2018 – Berlin, Musik & Frieden
17.04.2018 – München, Strom


Autorin: Anna Fliege / Photocredit: Presse Check Your Head

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