And The Hurley Sea aus Berlin veröffentlichen heute die zweite Single „Starting to Start“ aus dem bevorstehenden Album „The Unknown Arriving“, welches am 1. Juni erscheint. Am 29. Mai wird die Band eine Release-Show im Auster-Club in Berlin spielen.

»Die Zeit ist eine große Meisterin, sie ordnet viele Dinge.« Der französische Dramaturg Pierre Corneille hat das gesagt, aber der Satz könnte auch von Ole Ortmann stammen. Musik ist für den Sänger, Musiker und Songschreiber erst dann fertig, wenn sie sich richtig und gut anfühlt. Das war schon immer sein Grundsatz. Auch 2011, als er gemeinsam mit dem Produzenten Nikolai Potthoff das überaus positiv rezipierte Debütalbum seines Projekts Olsen and The Hurley Sea veröffentlichte. Diesmal hat sich das Warten allerdings besonders gelohnt: Mehr als vier Jahre hat die Arbeit am neuen Album »The Unknown Arriving« gedauert. Nach zahlreichen Ausflügen mit diversen Mitmusikern hat Ole Ortmann das ideale Bandgefüge etabliert: Steffen Wilmking (Schlagzeug) und Jan-Hendrik Meyer (Bass) sind seit ewigen Zeiten gut befreundet und machen ebenso lange zusammen Musik. Ersterer hatte zuvor unter anderem Timid Tiger und »XOXO«, das Durchbruchsalbum des Rappers Casper produziert. Referenzen, die keinerlei Fährte legen zu And The Hurley Sea, wie die Band seitdem nur noch heißt – oder vielleicht doch?

Immer noch schreibt Ortmann alle Songs, aber in Jan-Hendrik Meyer und Steffen Wilmking hat er die idealen Mitstreiter gefunden. Produziert wurde »The Unknown Arriving« in eigener Regie, immer weiter sind die Drei gemeinsam zum Kern ihrer Musik vorgedrungen, haben Schicht um Schicht abgetragen, sich immer wieder gefragt, was sie sagen wollen und vor allem: wie. So entstanden zehn Songs von einer desperaten Schönheit, einer wahnsinnigen Intimität und Dringlichkeit, denen die fortwährende Suche nach Wahrheit während des Produktionsprozesses fest in die DNA eingeschrieben ist.

Bisweilen meint man Neil Young, Radiohead, Elliott Smith oder Sigur Rós rauszuhören, aber eigentlich ist es eine Musik wie keine andere. Es sind Lieder vom Suchen nach der Schönheit im Imperfekten. Zerschossen hingetupfte Gitarrenfiguren gleiten durch den Raum. Es ist Musik, die Brüche wagt, Imaginationsräume öffnet, mit Dynamik spielt. Die immer dann am meisten sagt, wenn sie scheinbar nichts sagt – und schließlich für immer bleibt. Weil sie verletzlich ist und fragil und wie das Leben selbst. And The Hurley Sea sind angekommen. Zeit ist endgültig relativ.


29.05.18 Berlin / Auster Club



Presse: Nordic By Nature / Autor: Torsten Groß (Spex, Rolling Stone)

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