Die Sache mit der Erwartungshaltung gegenüber hochgelobten neuen Künstlern ist utopisch. Courtney Barnett, die vor 2 Jahren sogar als „Best New Artist“ für den heiligen GRAMMY-Award nomiert war, strotzt diesen Erwartungshaltungen. Das konnten wir uns 2017 dank ihres Collabo-Albums mit Kurt Vile („Lotta Sea Lice„) aber auch eigentlich schon denken, oder? Naja, jedenfalls ist ihr Nachfolgealbum „Tell Me How You Really Feel“ eine Punktlandung in Sachen geniales Abliefern.

In manchen Songs harmonieren Courtney und ihre E-Gitarre on point, in anderen wiederum brechen beide aus ihrer (oder eher unserer?) Comfort-Zone aus und klingen dabei so wunderschön schrammelig und rotzig. Diese Mischung bringt sie von ihrem Debütalbum „Sometimes I Sit and Think, and Sometimes I Just Sit“ mit, heute aber noch ausgeklügelter als früher.

Den ganzen Tonträger umgibt diese Wochenend-Gelassenheit, nach der man sich fünf Tage die Woche sehnt. Zwischen Indie- und Punkrock-Einflüssen tänzelt sich die 30-Jährige Australierin selbstbewusst und schonungslos durch 10 Songs, mal schneller und lauter, mal gezähmter. Dazu eine Prise Down Under-Surferrock und fertig ist „Tell Me How You Really Feel„.

Bei einem Blick auf die Tracklist komme ich drumherum, den kürzesten Song (01:50 Minuten) bei Namen zu nennen: „I’m Not Your Mother, I’m Not Your Bitch“ trägt nicht nur einen schonungslos-grandiosen Titel, sondern obendrein noch die laute Attitüde gepaart mit den wilden Gitarrenriffs einer talentierten Musikerin.

„Tell Me How You Really Feel“ – mit diesem Album gewiss gut. Courtney Barnett ist genau die Frau, die wir 2018 brauchen!


COURTNEY BARNETT Live
11.06.18 – Astra Kulturhaus (Berlin)
13.06.18 – Live Music Hall (Köln)



Autorin: Anna Fliege / Photocredit: Pooneh Ghana

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