Am gestrigen Montag habe ich eine für mich überraschend neue Erfahrung gemacht, als ich Nina auf das Konzert des Rapiers „KONTRA K“ in die Dortmund Phoenixhalle begleitete. Aber fangen wir doch vorne an…

Es war mein erster Besuch in der neuen Konzerthalle, die sich auf dem alten Phoenix West Gelände befindet und seit kurzem ihre Tore geöffnet hat. Dortmunds Kulturszene ist wieder ein Stückchen reicher geworden und bietet mit der neuen Phoenixhalle genau das, was in Dortmund noch gefehlt hat. Eine Veranstaltungshalle mittlerer Größe, für die man in der Vergangenheit entweder nach Köln, Düsseldorf oder Oberhausen ausweichen musste, um seine Lieblingsacts auf Tour zu sehen. Das ist nun hoffentlich Geschichte. In der Halle angekommen, wurde ich direkt positiv überrascht. Erinnert sie doch auf den ersten Blick stark ans Palladium in Köln (beides alte Verarbeitungshallen für Industrie), merkt man doch schnell, welch eigenen Charakter diese Räumlichkeit zu bieten hat. Alles wurde weitestgehend erhalten, die alten Steinwände werden dezent angeleuchtet und in der Mitte der Halle präsentiert sich die neue, nicht allzu große, aber dafür recht tiefe Bühne.

Und auf eben dieser Bühne sollte der Act des Abends seinen großen Auftritt haben: KONTRA K – Er ist aktuell mit seinem Album „Gute Nacht“ auf gleichnamiger Deutschlandtour und stoppte auf eben dieser auch für eine gute Nacht in Dortmund. Es handelt sich um Deutschrap und um eben genau das Genre, mit dem ich eher weniger vertraut bin, auch wenn mir die allermeisten Acts ein Begriff sind, konnte ich doch mit der Musik und der Message meist weniger anfangen.

Als Support, stellte sich „RICO“ dem Dortmunder Publikum bereits um kurz nach 19Uhr vor. Es ist selten, dass Konzerte so früh anfangen. Allerdings gibt es in der Phoenixhalle derzeit dieses Pilotprojekt, auf Grund von Bedenken der nahliegenden Wohngebiete. Der Stimmung tat es jedoch keinen Abbruch und so wurde der Rapper direkt von der ersten Sekunde an gefeiert. Er stellte einige Songs seines neuen Albums vor, die allesamt noch unveröffentlicht sind und somit exklusiv für das Dortmunder Publikum waren. Rico ist bekannt durch Zusammenarbeiten mit KONTRA K oder dem Rapper „Bausa“ (Was Du Liebe nennst). Für eine gute halbe Stunde sorgte der Opener für gute Laune bei den Gästen und verabschiedete sich dann vom begeisterten Publikum.

Nach einer recht kurzen Pause, ging es schon um 19.50 mit dem Hauptact des Abends weiter. Ich war gespannt was mich erwarten würde, hatte mich der Support doch bereits positiv überrascht. Ein weisser Vorhang verdeckte die Bühne und gab nur wenig Möglichkeit zu erahnen, was sich dahinter abspielen würde. Das doch eher gemischte Publikum zeigte sich ebenfalls aufgeregt und den Fans in der ersten Reihe war ihre Anspannung auf den folgenden Auftritt anzumerken. Die allermeisten der Fans kleideten sich übrigens stilecht, in KONTRA K’s eigener Mode des Labels „Loyal“.

Mit einem Lichtkegel und dem Intro begann die Show und KONTRA K’s Silhouette zeichnete sich auf dem riesigen Tuch ab. Für einige lange Sekunden war mehr als ein Schatten nicht zu erkennen und die Musik beschränkte sich auf ein Instrumental. Mit immer schneller werdenden Beats konnte man einen Countdown erahnen, auf dessen Höhepunkt dann auch der Vorhang endlich fiel und das Bühnenbild, samt Band und Künstler preisgab. Wie noch öfter an dem Abend war ich angenehm überrascht von der Inszenierung und der doch aufwändigen Kulisse. Die Bühne schmückte eine Häuserfassade, auf deren Dächern eine zweite Stage Platz für den Rapper bot. Von nun an, gab es kein halten mehr.

Der Rapper zeigte in einer rund 90-minütigen Show, was er zu bieten hat und überzeugt mich vor allem mit den inhaltlich starken und wirklich gut durchdachten Lyrics. Anders als bei vielen anderen Rappern der deutschen Szene, bauen seine Songs nicht einzig und alleine auf obszönen Reimen und schlechten Wortspielen auf, sondern haben Tiefe und meist auf auch eine positive Botschaft. KONTRA K schafft es mich zu überzeugen. Nicht nur ist er unglaublich authentisch, nein er ist auch bodenständig und betont oft, dass er sich seinen Weg nach oben hart erkämpft und vor allem erarbeitet hat. Soviel Ehrlichkeit gefällt auch dem Dortmunder Publikum, die Ihren „Star“ von Minute 1 an feiern und textsicher, auch bis zur letzten Sekunde, nicht schlapp machten.

Es war eine gelungene „Gute Nacht“ in Dortmunds neuem Schmuckstück der Phoenixhalle mit Rapper KONTRA K!

Autor: Dominik

Photo Credit: Niculai Constantinescu

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