Köln-Mülheim erlebt an diesem Samstag seinen ersten sommerlichen Frühlingstag mit Temperaturen überhalb der 20° Grad-Marke und dabei ist es nahezu klischeehaft, dass The Wombats am heutigen Abend ihr gut gelauntes E-Werk-Publikum in Ekstase tanzen lassen.

Matthew, Tord & Dan – die drei Jungs aus Liverpool, die sich vor vielen Jahren an der Uni kennenlernten und 2003 beschlossen, eine Band zu gründen – sind für die meisten der Besucher fast wie alte Freunde. Nachdem den Briten 2007 mit ihrem Debütalbum „A Guide to Love, Loss & Desperation“ der große Durchbruch gelang, kam keine (Indie-)Party mehr ohne „Let’s Dance To Joy Division“ und „Moving To New York“ aus, mit dem Nachfolgealbum „This Modern Glinch“ betonierten sie ihren Namen vier Jahre später endgültig in die Herzen und Festival-Line-Ups der Welt ein. Weitere vier Jahre später erschien „Glitterbug“ und vor zwei Monaten, endlich, ihr viertes Studioalbum „Beautiful People Will Ruin Your Life„.

„I want to get college girl drunk tonight, no morning fears, no mountains to climb, they say the best memories are the ones that we forget.“

Mit eben diesem Album und massig älteren Evergreens betritt das Trio nach ihren blutjungen Vorbands The Night Café und The Magic Gang um 21:15 Uhr die Bühne der ausverkauften Kölner Location und löst innerhalb zweier Takte hohe Wellen der Euphorie aus, die erst mit dem letzten Takt der letzten Zugabe enden sollen.

Und spätestens mit ihrem vierten Song treiben The Wombats das E-Werk endgültig in die Eskalation: In herrlichster Selbstverständlichkeit schreit das Publikum mit in die Luft gerissenen Armen einstimmig die ersten Zeilen des Klassikers „Kill The Director“ und übertönt Sänger Matthew auf der gesamten Länge des Liedes um ein Haar. „I’ve met someone that makes me feel seasick…“ 

Das hier ist kein ordinäres Konzert, es ist eine riesige Party! Nicht nur das bunt gemischte Publikum, auch die Band selbst strotzt nur so vor guter Laune. Hin und wieder muss man verwundert auf die Bühne schauen, um sicher zu gehen, dass die gewaltige Energie tatsächlich nur von drei Personen ausgeht. Sie lachen, sie tanzen, sie feiern mit ihren Fans. So vergehen 90 Minuten ohne eine Sekunde, in der man auf die Uhr schauen wollen würde. Dieser Samstagabend könnte ewig sein und es würde niemanden stören.

Beim letzten Song vor der Zugabe lösen sich selbst die Menschen der allerletzten Reihe aus ihrer zeitweiligen Starre und tauchen in der tanzenden Menge unter. Auch auf der Bühne wird getanzt: Matthew, Tord und Dan bekommen für diesen besonderen Song die Unterstützung zweier Wombat-Maskottchen, welche diese verrückte Party perfektionieren:

„Let’s dance to Joy Division and celebrate the irony, everything is going wrong, but we’re so happy!“

Dass auch die Zugabe selbst es noch einmal in sich hat, muss man an dieser Stelle gar nicht mehr erwähnen. Kurz vor 23 Uhr endet die schönste Party dieses Samstagabends mit „Greek Tragedy“ und jeder Menge glücklicher Gesichter.


The Wombats live:
10.04 – München, Theaterfabrik
15.04 – Berlin, Astra Kulturhaus
16.04 – Hamburg, Docks
08.04 – Geltendorf, PULS OPEN AIR
19.08 – Großpösna, HIGHFIELD FESTIVAL
08.09 – Berlin, LOLLAPALOOZA FESTIVAL



Autorin: Anna Fliege

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