IAMJJ gehört wohl zu den spannendsten Newcomern dieses Jahres. Mit seiner außergewöhnlichen Stimme und ebenso außergewöhnlichen fesselnden Songs die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen wollen überzeugt der Däne. Seine Songs sind pure Poesie, das zeigt sich in seiner ersten Single „Homer“ sehr deutlich. IAMJJ stand bereits auf deutschen Bühnen, unter anderem auf dem Eurosonic Festival, dem Reeperbahnfestival und als Support für Kaleo. Ende April kommt der Kopenhagener für fünf Termine zurück nach Deutschland. Vor kurzem kam sein Debüt-Album „Bloody Future“ heraus.

Wir durften IAMJJ vor seiner anstehenden Deutschland-Tour persönlich treffen und ein paar Fragen stellen.


Glückwunsch zum Release deines Debüt-Albums! Wie fühlt es sich an die Platte endlich raus zu haben? Warst du nervös?

IAMJJ: Ich finde es ist toll, dass Leute die Platte hören wollen, gerade weil es mein Debüt-Album ist. Natürlich bin ich nervös, aber es ist nun mal das was ich mache und wenn die Leute es nicht mögen, dann ist es halt so.

Hattest du diese konsequente Einstellung zu deiner Musik schon immer?

IAMJJ: Ich war schon immer der Meinung, dass wenn die Leute es nicht mögen, es ihr Problem ist. Man kann nicht sein ganzes Leben damit verschwenden jedem zu gefallen, das ist nicht möglich. Ich denke es ist wichtig keine Angst davor zu haben wer man wirklich ist.

Was inspiriert dich zu deinen Songs?

IAMJJ: Auch wenn es kitschig klingt, aber das Leben. Ich bin ein großer Fan von The National. Ich höre viel Tom Waites, er ist eine große Inspiration, Nick Cave und Elvis Presley. Unter anderem höre ich auch Kendrick Lamar.

Deine Tour in Deutschland steht bevor und hast auch bereits davor mal auf deutschen Bühnen gestanden, z.B. auf dem Reeperbahnfestival. Wie empfindest du das Publikum hier und was erwartest du von deiner Tour?

IAMJJ: Ich mag das deutsche Publikum und sie sind enthusiastisch. Ich bin kein Tänzer, ich bewege mich nur und es ist okay wenn sie sich zu meiner Musik nur bewegen wollen. Meine Musik ist nicht zum tanzen da, natürlich darf man dazu tanzen wenn man will. Aber ich mag das deutsche Publikum, es ist cool. Sonst erwarte ich gar nichts von meinem Publikum. Ich will einfach nur, dass sie zu meiner Show kommen und eine schöne Zeit haben.

Wie war es mit Kaleo auf Tour zu gehen? Welche Erfahrungen hast du von der Tour mitgenommen?

IAMJJ: Ich will, und das mag komisch klingen, aber ich will einfach gute Vibes haben. Ich bin halt ein Newcomer. Ich denke, dass ich als Support für Kaleo viel gelernt habe, weil es dort die große Bühne gab und ein großes Publikum, es war anders als ich es mir vorgestellt hatte. Es hat mir geholfen mich auf der Bühne zu öffnen. Kaleo schreibt ja auch gute Songs und das hat mich auch zu „Bloody Future“ inspiriert.

Wie lange schreibst du an einem Song?

IAMJJ: Einige Songs haben nur eine Stunde gebraucht und andere zwei Jahre. Es kommt auf meine Stimmung an und was für einen Song ich schreibe. Manchmal ist es das einfachste auf der Welt und manchmal ist es unglaublich schwer, dass ich es teilweise sogar hasse.

Die Themen in deinen Songs sind recht ungewöhnlich. Wie kommt es dazu?

IAMJJ: Meine Themen in meinen Songs sind sehr melancholisch, weil ich in dieser Stimmung bin wenn ich sie schreibe. Ich bin ein junger Mann, sehe die Welt und reagiere dann darauf. Vielleicht werde ich in fünf Jahren auch ein Album voll mit Liebessongs haben.

Was kommt zuerst beim Songwriting: der Sound oder die Lyrics?

IAMJJ: Normalerweise erst der Sound. Ich schreibe Melodien und dann schreibe ich die Worte dazu, ich schreibe sie in mein Handy oder in meine Notizen. Jetzt für das neue Album habe ich zuerst die Lyrics geschrieben und habe dann versucht Melodien darauf zu komponieren, weil ich mehr Liebessongs schreibe möchte. Ich war nie ein großer Fan von Liebessongs weil sie kitschig sind. Aber dann wurde mir das Herz gebrochen und jetzt verstehe ich was ein Liebessong machen kann. Deswegen möchte ich mal ein Album schreiben das auch Liebessongs enthält. Einen Song will ich dann „Bullets & Flowers“ nennen.

Welcher Song ist dein Favorit von Bloody Future?

IAMJJ: Das ist in etwa so als müsste man sein Lieblingskind benennen. Jedes Mal wenn ich einen Song schreibe ist es mein Favorit. Aber mein aktueller Lieblingssong ist „Different Kind of Blues“, es macht Spaß ihn live zu spielen und er ist ganz neu. „Homer“ auch. Allerdings habe ich Homer schon gefühlt 400 mal gehört. Ich denke, dass Homer ein Meisterstück ist, aber „Different Kind of Blues“ ist mein aktueller Favorit.

Wie kommst du auf deinen Sound?

IAMJJ: Ehrlich gesagt: ich weiß es nicht. Es kommt direkt vom Herzen, denke ich. Ich höre viel verschiedene Musik, z.B. Techno und Dance wenn ich Sport mache. Ich denke es ist ein Mix aus verschiedenen Genres und Styles. Außerdem versuche ich immer ein Szenario zu kreieren wo ich gerade bin. Zum Beispiel: der Moment bevor dich der Pfeil trifft. Welcher Sound würde das unterstreichen? Wie in dem Film „300“, wo die Männer sich hinter den Schildern verstecken und dann die Pfeile kommen. Welche Art von Musik würdest du spielen um das zu unterstreichen? Ich versuche mich immer in solche Situationen hineinzuversetzen. Ich arbeite viel mit meiner Fantasie. Ich entnehme auch viel der Kunst, weil Künstler sich ja auch viel mit ihrer Fantasie auseinandersetzen.

Von welchem Song wünscht du dir du hättest ihn geschrieben und warum?

IAMJJ: „Halleluja“ wäre echt cool gewesen. Und „Last Christmas“, aber nur für das Geld.

Was können wir in Zukunft noch von dir erwarten?

IAMJJ: Zuviel will ich jetzt nicht verraten. Ich habe ein Album geschrieben in dem ich mich geöffnet habe und will es erstmal wirken lassen. Aber ich werde immer noch das machen was ich jetzt mache: aufbauende aber auch melancholische, poetische Songs schreiben und schauen wie es dann weitergeht.


IAMJJ – Live:
27.04. Hamburg, Molotow
28.04. Köln, Artheater
30.04. Berlin, Privatclub
01.05. München, Ampere
02.05. Frankfurt, Nachtleben



Autorin: Carolin Czarnecki

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