Es ist einfach: Wer A sagt, muss auch B sagen und wer Macklemore sagt muss, auch Stimmung sagen. Und Stimmung gab es an diesem Freitag genug. Wenn es jemand versteht, eine große Menge an Leuten für über 1.5 Stunden nicht nur zu bespielen, sondern auch zu unterhalten, dann ist es Ben Haggerty aka Macklemore. Aber auch die beiden Supportacts heizten der ausverkauften Columbiahalle ordentlich ein.

Pünktlich um 8 fing der Abend mit dem DJ Beebä und Eric Nally an. Normalerweise sind DJ-Sets als Support eher anstrengend, man weiß irgendwie nicht recht was man mit sich anfangen soll. Doch Beebä wusste genau, was er tun musste, um sogar die hintersten Reihen zum tanzen zu bringen. Zwischen Klassikern wie „Smells like Teens Spirit“ oder „Seven Nation Army“ und Eric Nally’s Auftritt mit Augenbinde legte der DJ auch eine kleine Workoutsession hin, um das Publikum nicht alleine schwitzen zu lassen.

Knapp 10 Minuten nach dem Ende des ersten Supports ging es auch schon weiter mit Dave B, dem zweiten Supportact des Abends. Der Rapper aus Seattle hatte eine Hand voll eigener Songs im Repertoire, von denen zwar wenige die Texte kannten, aber die trotzdem allen zu gefallen schienen. Zwischenzeitlich vergas Dave B den Namen seines eigenen DJs und lies das Publikum scherzhaft „Damn, dude!“ ausrufen. Diese spielerische Umgangsweise miteinander war ein Faden, der sich durch den ganzen Abend durchzog.

Als Macklemore dann endlich die Bühne einnahm, schien die Energie der Masse fast greifbar zu sein. Mit „Ain’t Gonna Die Tonight“, für das Eric Nally auch nochmal das Mikro in die Hand nahm, begann ein Abend, der von der ersten Sekunde unglaublich war. Die Setlist bestand aus einer guten Mischung aus Macklemore’s ersten Erfolgsalbum „The Heist“ und seinem letzten Release „Gemini“, von dem auch der Name der Tour abstammt.

Ein Megahit („Thriftshop“, „Willy Wonka“, etc.) folgt dem anderen und man hat das Gefühl an dem einem oder anderen könnte ein Rapvirtuose verloren gegangen sein, so textsicher wie die Menge ist. Während Macklemore und seine Crew das ganze Set über Spaß haben und Witze machen, wird es einmal zum Einstieg für „Same Love“ etwas ernster…

No matter what colour your skin, your sexuality, or which toilet you choose to use […]“

…Ben lässt in dieser kurzen politisch motivierten Rede jeden wissen, dass man auf seinen Shows immer willkommen ist. Es wird ruhig im Saal, Gänsehautmoment, bevor tosender Applaus ausbricht.

Man könnte ganze Essays darüber schreiben, wie gut Macklemore Shows sind und warum man sich das mindestens einmal ansehen sollte, aber eine Sache fasst es ganz gut zusammen: Vor dem Konzert habe ich mit einer anderen Fotografin geredet, die meinte, dass das eigentlich gar nicht ihre Musikrichtung ist und sie nicht wirklich weiß, denn normalerweise hört sie Metal. Aber sogar sie blieb bis zum bitteren Ende, tanzte und filmte.

Macklemore ist für die große Bühne gemacht, je größer die Produktion, desto besser. Ein wahrer Entertainer, der es versteht ein Publikum auch in größeren Pausen bei Laune zu halten. Solltet ihr also je die Möglichkeit haben, zu einem seiner Konzert zu gehen, egal ob ihr diese Musik normalerweise hört oder nicht, sei euch dringendst dazu zu raten.

– Theresa



Autorin und Fotocredit: Theresa Liebl

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