Fast fühlt es sich an, als wäre es erst letzte Woche gewesen, als MGMT mit „Electric Feel“, „Kids“ und „Time to Pretend“ nicht nur die Indietronic-Szene, sondern auch ein Stück weit mein Leben veränderten. Ersteren Song hätte ich in meinem damaligen jugendlichen Dasein glatt als Song des Lebens beschrieben, so feierte ich die Nummer. Das Release von „Oracular Spectacular“ jährt sich nun bereits zum elften Mal, die experimentellen Folgealben erreichten, leider, nie diese Art von Kultstatus – doch den könnten sich die New Yorker mit „Little Dark Age“ nun zurückerobern.

Nicht nur ich, auch die Musik der einstigen Indiepop-Retter ist in den vergangenen Jahren erwachsen geworden. Aus dem kunterbunten, zuckersüßen Wirrwarr aus Indiesounds und Electrobeats ist zum Ende dieser Dekade eine minimalistischere, düstere Synthesizerelectronic geworden, die von tiefen Bässen begleitet wird. Es scheint, als hätte es keinen besseren Titel als „Little Dark Age“ geben können. Die Faszination um Andrew VanWyngarden & Ben Goldwasser ist dabei riesig, ihre Auftritte, besonders die im TV, so rar wie eh und je – einen davon erhaschte Deutschlands meistgehasster Lieblingssatiriker Jan Böhmermann in der letztwöchigen Ausgabe des NEO MAGAZIN ROYALE.

Little Dark Age“ ist irgendwie guter alter New Wave, und hat doch irgendetwas Neues, beinahe Futuristisches an sich. Und selbst, wenn MGMT nicht mehr die übertriebene „Kids„-Fröhlichkeit ausstrahlen, klingt ihr viertes Album nach Zufriedenheit, ohne dabei auch nur ansatzweise langweilig zu werden.

When You Die“ schafft es schon heute, der Soundtrack des Jahres für die kleinen dunklen Indieklubs der Stadt zu sein. Go fuck yourself! I’m mean, not nice, you said it twice, you said it twice. Don’t you have somewhere to be at seven thirty? möchte man in die Nacht hineinrufen, während die Gitarren des Songs die Beine nicht ruhig halten können. Auch der Titelsong eignet sich nach mehrfachem Hören als bester Ohrwurm.

Wer sich nach seinem 00er-Indie-Rausch in den letzten Jahren an Future Islands, Tame Impala und Beach Fossils erfreuen konnte, den Synthie-Style der Pet Shop Boys („One Thing Left To Try“ schreit nur so nach Kultband-Einfluss) nicht vollends verabscheut und dabei manchmal alte The Cure-Platten auflegt, könnte sich mit der neuen Seite von MGMT anfreundet.

2007 hätten mich MGMT mit „Little Dark Age“ wohl nicht sonderlich berührt, die Radio-Smashhits für‘s Nachmittagsprogramm bleiben schließlich aus. Doch 2018 scheint für eine Welt, deren Charts gerade vorrangig von Trap, Ed Sheeran und Tomorrowland-EDM beherrscht wird, der richtige Zeitpunkt für eine weitere MGMT-Revolution! Ein Hoch auf die Synthesizer.

Autorin: Anna Fliege

Photocredit: Brad Elterman

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