Bah, Gefühle! Aber wer A sagt, darf auch noch B sagen – nach unserer Trennungskolumne (LINK) vor zwei Wochen folgt heute der rosarote, positive Teil der Emotionen. Vom mittelalterlichen Minnesänger bis zum postmodernen Cloud-Rapper, die Zuneigung zu einer anderen Person spielt seit vielen Jahrhunderten eine tragende Rolle in der Musik. Das Thema beschäftigt genreübergreifend so gut wie jeden Künstler, jeder mit seiner eigenen Auffassung des Verliebtseins.

Wir haben euch nachfolgend 10 mehr oder weniger kitschige Songs zusammengetragen, die (bei uns) für Herzklopfen sorgen oder viel besser ausdrücken können, was man fühlt, als man selbst. Vergessen wir „Swipe left or right“-Apps und „Generation Beziehungsunfähig“ für die Länge dieser Kolumne (und vielleicht auch darüber hinaus) einfach.


Anna: Antilopen Gang – Verliebt (Mit Monchi)

Habt ihr schonmal jemanden getroffen, der euch von der ersten Minute an umgehauen hat? Und ihr wolltet alles über besagte Person erfahren, hattet dabei aber Angst, er könnte eure grundsätzlichen Ansichten nicht teilen? Was, wenn er glaubt, die Erde wäre eine Scheibe? Oder er den falschen Fußballverein mag? Okay, bei Letzterem gäbe es sicherlich Kompromisse. Man selbst möchte natürlich auch kein falsches Wort sagen, was ziemlich schwierig wird, wenn man in solchen Situationen kaum seinen eigenen Namen geradeheraus sagen kann. Die Antilopen Gang haben daraus einen Song gemacht – am schönsten ist dieser in der Bonus-Version mit Feine Sahne Fischfilet-Frontmann Monchi.

Dominik: Silbermond – Das Beste

Klischeemäßiger könnte ein Liebeslied wohl gar nicht daherkommen. 12 Jahre liegt der Song nun bereits zurück und bescherte Silbermond damals großen Erfolg. Dass der Song gar nicht als Liebeserklärung für einen Partner, sondern für den verstorbenen Vater von Sängerin Stefanie Kloß geschrieben wurde, macht ihn nochmal emotionaler. Ich selbst finde, dass der Song viel mehr aussagt, als man ihm zutraut. Genießt jede Sekunde mit euren Liebsten.

Anna: Deichkind – Porzellan & Elefanten

Wer hätte gedacht, dass die Electropunk-Hip-Hop-Chaoten von Deichkind mal einen richtig schönen Song über Liebe schreiben könnten? Tja, niemand. Und gerade aus diesem Grund ist „Porzellan & Elefanten“ vielleicht auch so genial. „Gegensätze zieh’n sich an„, egal wie groß und widersinnig sie scheinen. Mal metaphorischer (Cola & Mentos), mal ernster (Farin & Bela) wollen uns Deichkind eigentlich nur mit ihren Vergleichen eins sagen: „Wir gehören zusammen, wie Feuer und Wasser, komm, gib mir deine Hand!

Dominik: Philipp Poisel – Wie soll ein Mensch das ertragen

Die wahrscheinlich bekannteste Nummer von Philipp Poisel ist für mich auch zugleich die schönste und emotionalste, die er je veröffentlicht hat. Der Song trifft genau dort wo es weh tut, sagt so unfassbar viel aus und lebt von der Zerbrechlichkeit und dem Minimalismus. Wer hier nicht mindestens eine Träne verdrückt, hat wahrscheinlich ein Herz aus Stein.

Anna: Tomte – Ich sang die ganze Zeit von dir

Niemand kann so schön „hey, ich mag dich sehr gerne“ sagen, wie Thees Uhlmann und Tomte. „Ich sang die ganze Zeit von dir“ klingt nach diesem blöden Dauergrinsen, das man nicht los wird, ist Taktangeber für’s Herzklopfen und dabei so herrlich unbeschwert. Ein Lied, das sich so schön schief mitgröhlen lässt, eins zum sich in den Armen liegen. Mein ganz persönliches „Wonderwall“.

Dominik: Adele – Make You Feel My Love

Im Original von Bob Dylan, hat Adele diesem Song in ihrem Cover aus 2008 neues Leben eingehaucht. Für mich die einer der schönsten Songs, den Adele je hätte Covern können. „No, there’s nothing that I wouldn’t do – To make you feel my love“ ist wohl die schönste Aussage, die man treffen kann. Häufig nachgemacht, schafft es einzig die Version von Adele vollends zu berühren und ist für mich der Inbegriff von Liebeslied.

Anna: Gerard – Manchmal

Man hat Pläne, Ideen und Vorstellungen – und dann kommt das Schicksal um die Ecke. Nicht allein, sondern mit einer Person an der Hand, die einem das komplette Leben auf den Kopf stellt. Aber sind es nicht gerade die Zufälle, die etwas besonders machen? Der österreichische Rapper Gerard hat treffend formuliert: „Manchmal kommt alles ganz anders als man denkt, manchmal ist dieses anders auch gut, denn manchmal bist dieses anders auch du„.

Dominik: Wincent Weiss – Unter Meiner Haut (Elif Cover)

Was Liebe mit einem machen kann, wie zermürbend und anstrengend es sein kann, das zeigt uns dieser Song, der ursprünglich von Elif interpretiert wurde, für dieses Cover aber von Wincent Weiss und Gestört Aber Geil neu aufgenommen und abgemischt wurde. Tanzen wir uns den Ärger doch einfach vom Herzen.

Anna: Bosse – Konfetti

Küss mich hart, dann hol ich uns Bier!“ – ja, das ist my kind of romance, wie man so schön sagt. Aki Bosse schreibt bekanntlich für jede Lebenslage den passenden Song, zu dem man hemmungslos seufzen kann, da macht er bei „Konfetti“ keine Ausnahme“. Und trotz Geigenklängen und dieser gewissen Melancholie-Dramatik schafft er es wieder einmal, dabei gar nicht klebrig-kitschig zu klingen.

Anna: Kraftklub – Kein Liebeslied

Der Namensgeber unserer heutigen Kolumne und ein Song, der (meiner Meinung nach) in einer solchen Auflistung niemals fehlen dürfte. Kraftklub können nicht nur verdammt gute Trennungshymnen schreiben, sondern auch das Gegenteil.  Mit „Kein Liebeslied“ veröffentlichten die Chemnitzer auf ihrem Debütalbum vor einigen Jahren eins der schönsten Lieder über’s ‚jemanden ziemlich doll mögen‘. Die richtige Worte dafür zu finden fällt niemandem leicht, schon gar nicht, wenn sie an die betroffene Person gerichtet werden sollen. „Dass ich dich mag heißt nur, dass ich nicht weiß, wie man das anders sagt„.



Autoren: Anna Fliege & Dominik Huttner / Photocredit: Anna Fliege

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