Drei Jahre nach seinem letzten Album „Positive Songs for Negative People meldet sich Frank Turner mit seinem neuen Album wieder. „Be More Kind ist sein mittlerweile siebtes Studioalbum und selbst nach 11 Jahren Solo Karriere schafft es der Brite immer noch einen zu überraschen. Turner ist vor allem mit seinem Album „Tape Deck Heart“ ein bekannter Name in der Rock Szene geworden und lieferte Songs wie „Recovery (2013) und „Get Better“ (2015). 2012 durfte er die Olympischen Spiele eröffnen, indem er einen Song von seinem damaligen Album „England Keep My Bones“ spielte. Immer auf Tour (Show 2164 and counting) – das ist Frank Turner.

„In a world that has decided that it’s going to lose its mind

be more kind, my friends, try to be more kind“

Be More Kind“ nennt sich sein neuestes Werk, benannt nach einer Aussage von Clive James in der er sagte, er wünschte er wäre freundlicher gewesen. Diese Worte nahm sich Frank Turner zum Anlass und nannte nicht nur einen Song, sondern sein neues Album nach diesem Statement. Schon „Positive Songs for Negative People“ hatte im Gegensatz zu „Tape Deck Heart“ einen eher positiven Ansatz, den Frank Turner auch nun bei „Be More Kind“ weiterführt. Opener des Albums ist ein Song namens “Don’t Worry” – ein Appell sich nicht zu viele Sorgen zu machen und indem Turner erzählt, dass auch er mal unsicher war aber versichert das man das auch sein darf und letztendlich doch alles okay sein wird. Es ist sozusagen eine kleine Weiterführung und Entwicklung des Vorgängers-Albums „Positive Songs for Negative People„.

„I was in my comfort zone I was singing selfish songs“

Mit „Be More Kind“ präsentiert Turner neue Ansätze – er probiert mehr aus, sein Sound klingt experimenteller. Während des Schreibens probierte er sich an mehr elektronischen Sounds, nicht ganz klassischen Drum-Rhythmen für einen Frank Turner Song und lud sogar einen Gospelchor ein. Das Ergebnis kann sich sehen lassen – gerade Songs wie „Blackout“, „Little Changes“ oder „Brave Face“ zeigen eine neue Seite von Frank Turner ohne den „alten“ komplett aus den Augen zu verlieren. Dass das Album anders wird als die vorherigen hatte er schon von vornherein klargemacht. Seine kleine Teaser zum Making-Of des Albums haben Turner im Studio gezeigt während einzelne Instrumente eingespielt worden sind und Hinweise gegeben haben, dass da was neues kommt. Dennoch: Frank Turner bleibt er selbst. Die neuen Sounds vervollständigen sein Repertoire und es hört sich von Anfang an so an, als klängen Frank Turner Songs schon immer so. „Blackout“ zeigt das besonders deutlich – der Song ist flott aber man könnte sich auch vorstellen wie er in einem Club gespielt werden könnte. Er macht Bock und manchmal wippt der ein oder andere Fuß mit.

Doch für alle, die jetzt denken „Be More Kind“ wäre ein Album komplett mit Songs, die nicht mehr den klassischen Frank Turner zeigen – keine Sorge. Mit Songs wie „1933“, „21st Century Survival Blues“ oder aber auch „Get it Right“ kontert Turner und mischt Songs unter, die auch aus den vorangegangenen Alben stammen könnten. Insgesamt ist das neue Album eine gelungene Mischung aus Songs die den typischen alten Turner Sound beinhalten und Songs mit neuen Klängen. Frank Turner probiert Neues aus und das ist auch gut so, und trotzdem bleibt er sich immer noch treu.

Be More Kind“ ist ein Album, dass Frank Turner auch mal von einer anderen Seite zeigt. Schreibtechnisch hat sich Turner weiterentwickelt ohne dabei zu viel von sich verloren zu haben, die Lyrics sind wie immer on point und generell wirkt das ganze Album bündig und kohärent. Einige Fans werden sich sicherlich erstmal an die neuen Elemente in Turners Songs gewöhnen müssen, aber wenn man dem gegenüber offen bleibt, hört man sofort, dass es sich lohnt. Auch ich hatte meine Bedenken was das neue Album anging – und Frank Turner kam mal wieder daher und hat alle Bedenken mit dem ersten Ton schon zur Seite gelegt.



FRANK TURNER live
23.10.2018 Würzburg – Posthalle
24.10.2018 Stuttgart – Longhorn
10.11.2018 Lingen – EmslandArena
11.11.2018 Hannover – Capitol
13.11.2018 Bremen – Aladin
14.11.2018 Leipzig – Werk2
16.11.2018 Hamburg – Sporthalle
17.11.2018 Wiesbaden – Schlachthof
20.11.2018 München – Tonhalle
22.11.2018 Berlin – Columbiahalle
23.11.2018 Düsseldorf – Mitsubishi Electric HALLE


Autorin: Carolin Czarnecki / Photocredit: Ben Morse

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