Ich erinnere mich noch ziemlich gut daran, als ich vor rund 13 Jahren das erste Mal „Nobody Move, Nobody Get Hurt“ von der New Yorker Indie-Band We Are Scientists hörte und den Ohrwurm ewig mit mir rumtrug (noch heute holt er mich manchmal ein) – und weil die Zeit bekanntlich so schnell vergeht, veröffentlichen die Künstler in diesem Frühling ihr bereits 6. Album, das den Namen „Megaplex“ trägt.

Das Konzept der neuen Platte erklärt Bassist Chris Cain folgendermaßen: “In the past we’ve used our music to educate, to enlighten, to awaken people to the depth and complexity of moral concerns. This time, we really wanted to drop a fun-bomb. Something to dance or f*** to…”. Nach Spaß klingt „Megaplex“ ohne Frage.

Schon Vorabsingle und Opener „One In One Out“ ist lupenreiner Indiepop, der klebrig süß an alte Phoenix-Nummern erinnert. So bunt das Albumcover erscheint, so kunterbunt sind auch die zehn enthaltenen Songs, Gute Laune, mitreißende Gitarrenriffs und eingängige Synthieklänge finden sich innerhalb einer guten halben Stunde zusammen. Musik, die nicht ernst oder belehrend klingt, so wie wir es beinahe heutzutage gewöhnt sind in den verrückten Zeiten des 21. Jahrhunderts, schenken uns We Are Scientists mit „Megaplex“ eine halbstündige Alltagsflucht, die wir nur all zu gut gebrauchen können.

Auch nach all den Jahren haben die New Yorker ihr Ohrwurm-Potential nicht ausgeschöpft, wie sie mit der neusten Single „Heart Is a Weapon“ bedenkenlos beweisen. Wer jetzt allerdings die schrammeligen Indierock-Gitarren vermisst, brauch nicht traurig sein, immerhin bekommen wir davon in „Your Light Has Changed“ mehr als genug – eine schöne Abwechslung, die wie bei „Now Or Never“ einige Songs später noch einmal durchleben dürfen. Der Rest bleibt Synthie-lastig und wird seine Befürworter und Kritiker gleichermaßen finden. Anders, experimentell, mutig und allein deshalb schon eine gute Sache, die We Are Scientists da mit „Megaplex“ auf die Beine gestellt haben.


„MEGAPLEX“-Tour
18.Mai – Hamburg, Knust
19.Mai – Berlin, Lido
25.Mai – München, Strom
29.Mai – Wiesbaden, Kesselhaus
30.Mai – Köln, Gebäude 9



Autorin: Anna Fliege / Photocredit: GroenlandRecords

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