Man hört sie immer, die Geschichten von Bands, die mehr zufällig auf einer Party ins Gespräch kommen, sich auf einer Wellenlänge wiederfinden und irgendwann das Kollektiv gründen, das sie heute sind. Die Geschichte von ÄTNA ist so eine. Die vermeintliche Zauberformel, eine Erfolgsgeschichte.


Ein Artikel von Anna FliegeÄTNA, das sind Inèz und Demian, die sich als Musik-Studenten in Dresden auf einer 90er-Euro-Trash-Party kennenlernen. Erst vier Jahre und ein Jazz-Quartett später manifestiert sich der Name ÄTNA und damit ihr einzigartiger Sound, der so wenig und doch so viel mit den vorangegangen Genres gemeinsam hat.

Ihre erste, selbstbetitelte EP erscheint 2017 und präsentiert bereits im frühen Stadium des Duos ihre eindrucksvolle Wandelbarkeit. Das sinnliche „In Their Eyes“ neben dem in your face-„Shut Your Mouth„. Ein Jahr später folgt der Nachfolger „La Famiglia„, das den Sound ausreifen lässt. Beide EPs sind mit niemand Geringerem als Moses Schneider aufgenommen. Der Produzent, dessen Name man von Alben der Beatsteaks, AnnenMayKantereit oder Tocotronic kennt. Jener, dessen Markenzeichen die Liebe zu live aufgenommener Musik ist.




Locker könnten ÄTNA mehrere hundert Spuren darauf verwenden, den sphärisch-komplexen Sound zu kreien. Doch lebt ihre Kunst von der Authentizität ihrer Handarbeit. Und Simplizität, zumindest, wenn es um die Anzahl der Tonspuren geht. Es entsteht ein organischer Klang, dem das Duo auf ihrem kürzlich erschienenden Debütalbum „Made By Desire“ treu bleibt.

Vergeblich sucht man nach einem plakativen „MADE IN GERMANY„-Stempel auf der Musik. Findet stattdessen einen Sound, der international ist. Grenzenlos. Unkonventionell. Dabei ist Inèz Stimme so wunderbar wandelbar, dass es wahrlich Spaß macht, eine neue Facette in jedem der 10 Tracks zu entdecken.

Die Wahl-Dresdener machen Electro-Pop zu einem echten Erlebnis. Mal kraftvoll, stark, beatgetrieben („Won’t Stop„, „Ruin My Brain„, „Come To Me„), intensiv, schwer und erotisch („If You Were Gone„) oder leicht und tanzbar poppig („Made By Desire„), mal zart, emotional und melancholiesiffig („Try„, „As Fast As I„). Doch stets in eine Richtung lenkend, mit der man vor 2 Sekunden noch nicht gerechnet hätte.





ÄTNA LIVE

26.02.2020 Ludwigshafen, dasHaus
27.02.2020 CH-Baden, Royal
28.02.2020 CH-St.Gallen, OYA Bar
29.02.2020 CH-Biel, Le Singe
01.03.2020 Esslingen, Cosmic Playgrounds
06.03.2020 Dresden, Objekt klein a
07.03.2020 Wuppertal, Loch
08.03.2020 Köln, Jaki
11.03.2020 Berlin, Lido
12.03.2020 Hamburg, Uebel & Gefährlich
13.03.2020 Nürnberg, Club Stereo
14.03.2020 Jena, Kassablanca
18.03.2020 AT-Wien, Fluc
19.03.2020 AT-Salzburg, Rockhouse Bar
20.03.2020 München, Milla
03.04.2020 Lörrach, Between The Beats
16.04.2020 Osnabrück, Popsalon


Autorin: Anna Fliege / Photocredit: Iga Drobisz