Ob Dämonen, Biester oder Schönheiten: Alli Neumanns zweit EP „Monster“ beleuchtet die Wesen, deren Existenz wir nicht immer gerne zugeben mit Humor, genreübergreifender Tanzbarkeit und, was auf Deutsch wirklich nicht einfach ist, Leichtigkeit. Endlich wieder deutsche Popmusik, die uns was zutraut und mit der man trotzdem in den Sonnenuntergang rasen will. Ready or not – Power Attack. „Monster“ erscheint am 29.März 2019. 

Nach der EP „Hohes Fieber“ und ihrem Schauspieldebüt in Kim Franks Spielfilm „Wach“ überrascht Pop-Hoffnung Alli Neumann auf ihrer zweiten EP mit einem Sprungspagat zwischen Schwere und Charme, Scharfsinn und Spaß. Und das Ganze auch noch auf Deutsch.

Durch die gesamte Monster -EP knacken Klischees auf wie Coladosen, aber trotzdem wedelt niemand mit dem Zeigefinger, sondern höchstens mit den Hüften. Das macht am meisten Spaß, wenn Alli Neumanns Texte althergebrachte Perspektiven torpedieren, wie in „Maybe Baby“, in dem der Objektifizierungsspieß kurzerhand umgedreht und plötzlich der besungene Mann zum Schönling, zur Muse wird. So besingt man sonst eigentlich nur Frauen. Zeilen wie: “Mein Maybe Baby, Zeit für dich, dich wieder anzuziehen, mein Maybe Baby, du wirst mich nie verstehen” machen Schluss mit dem Male Gaze und dem Narrativ, dass Singlefrauen unglücklich sein müssten. Vielmehr setzen sie oft schlichtweg Prioritäten. Ein Antizitat auf Rio Reiser, der für Neumanns Musik vor allem in ihrer Jugend stilprägend war, bringt den Blues auf den Punkt: “Denn ich / bin für immer und mich”.

Für einen ersten Vorgeschmack auf „Monster“ müssen wir uns allerdings noch ein paar Tage gedulden.



Presse: Add On Music / Photocredit: Alli Neumann