Der schwarze Vorhang mit dem übergroßen weißen „AMORE“ fällt mit den ersten Klängen des Gassenhauers „Bologna„, die Stimmung der Phoenixhalle (oder bald offiziell Warsteiner Music Hall) schaltet von 0 auf 100 in drei Takten. Mutig und grandios selbstsicher zugleich, das Konzert mit dem wohl bekanntesten Song zu beginnen, nicht? Wanda können das, Wanda dürfen das, Wanda machen das. Nicht lange zögern, direkt aufs Ganze gehen. Das kommt sichtlich und hörbar gut an. Im Refrain reißen hier und da ihre mit Bier bestückten Hände Richtung Hallendecke, um die „BOLOGNA“- und „AMORE, AMORE“-Ausrufe noch zu verstärken.

 „Wenn jemand fragt wohin du gehst, sag nach Bologna! Wenn jemand fragt wofür du stehst, sag für Amore, Amore!“

Wer es schafft, dem Ruhrpott die Wiener Mundart unterzujubeln und dem Mittwochabend ein Wochenendfeeling zu verpassen, hat den tosenden Applaus, der hier Lied für Lied durch die alte Fabrikhalle geht, redlich verdient. Bereits ihr drittes Album in gerade einmal 4 Jahren führt sie auf ihrer aktuellen Tour in die Dortmunder Konzerthalle. „Niente“ genoss den 1. Platz der österreichischen Albumcharts und auf in Deutschland kletterte die Platte auf einen ordentlichen fünften Platz.

Bevor Wanda jedoch auf die Bühne traten, wurde der Abend von der Indie-Rock-Truppe Soeckers aus Münster eingeweiht. Das Quartett bewies mit Bravour, dass die neue Ära der guten deutschen Musik gerade erst begonnen hat. Wollte man sie in Schubladen stecken, ständen darauf Namen wie Von Wegen Lisbeth, Milliarden, Annenmaykantereit – nur ein bisschen rauer.

Wie seine Vorgänger „Amore“ und „Bussi“ beschäftigt sich „Niente“ mit Wien, dem Leben, der Liebe und dem Tod. Stellvertretend für ihre geliebte Stadt haben Wanda den gold-schillernden Turm der Wiener Abfall-Verarbeitungsanlage auf ihrem Back-Banner untergebracht, stellvertretend für ihr Album viele Songs von eben dieser auf ihre Setlist gepackt. Zu denen wird getanzt, geschunkelt, gesungen – Sänger Marco hält Dortmund ganz schön auf Trapp. Aus den hochgelobten Newcomern sind alte Showhasen geworden, die ihre Performance über die Jahre perfektioniert haben. Die ein oder andere Zigarettenpause kann man sich da an seiner Stelle gönnen.

„Du suchst ein wahres Wort an einem anderen Ort, stehst du drauf, das Leben groovt, yeah!“

Unterstützt wird die eigentlich 5-köpfige Band auf dieser Tour im hinteren Teil des Konzertes durch ein kleines Ensemble („Der Tod“), das die Songs durch unterschiedliche Streichinstrumente unterstreicht. Die Songs, seien es nun „Schottenring„, „Ich sterbe“ oder „Ein letztes Wienerlied„, gewinnen dadurch an Stärke und machen das Live-Erlebnis zu einem ganz besonderen.

Mein persönliches Highlight am heutigen Abend ist die Liveversion von „Lascia Mi Fare„, in dessen Refrain unser kollektives Italienisch plötzlich erste Sahne ist. Sowieso ist Dortmund überaus textsicher und nicht scheu, das auch zu zeigen.

Kurz vor Ende, zu „Bussi„, wird aus der prallgefüllten Phoenixhalle ein hüpfender, „Bussi“-singender Mob, der scheinbar den Spaß seines Lebens hat. Nach „1, 2, 3, 4“ und dem „Luzia„-Outro ist dann leider Schluss. Beim Herausgehen kehrt das Publikum von seinem gedanklichen Wien-Ausflug glücklich und verschwitzt zurück in die kalte Dortmunder Nacht. Was ein Austro-Pop-Spektakel wir da gerade erlebt haben!

„Sag, hast du ein Bussi Baby, Bussi Baby, Bussi Baby, oh, Bussi Baby!“



Wanda live:
23.03.2018: Lingen, Emsland Arena
24.03.2018: Hamburg, Sporthalle
03.04.2018: Fürth, Stadthalle
04.04.2018: Stuttgart, Beethoven Saal
11.04.2018: Ravensburg, Oberschwabenklub
13.04.2018: Leipzig, Haus Auensee
18.08.2018: Köln, Tanzbrunnen Open Air
30.08.2018: Berlin, IFA Sommergarten


Autorin: Anna Fliege / Photocredit: Nina Paul

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