Now Reading
Ásgeir & „Bury The Moon“: Musik, die mehr als unter die Haut geht

Ásgeir & „Bury The Moon“: Musik, die mehr als unter die Haut geht

Melodien, die vieles vereinen: Die Klänge Islands, die Liebe, die Bedeutung von Heimat und vor allem Ehrlichkeit. Ásgeir veröffentlicht mit „Bury The Moon / Sátt“ (via Embassy of Music (Tonpool)) sein drittes Album und dieses geht definitiv wieder unter die Haut.


Ein Artikel von Nina Paul – Drei Jahre sind seit dem letzen Album „Afterglow“ vergangen und im Leben von Ásgeir war emotional viel los. Dies ist auch der Beginn von „Bury The Moon“. Viel Herzschmerz, der folgende winterliche Rückzug in sein Sommerhaus und der weiten Natur Islands.
 

„Ich hab nur meine Gitarre, ein kleines Keyboard und ein einfaches Aufnahmegerät mitgenommen“, erklärt er. „Mehr nicht.“

 
Enstanden sind in diesem Ambiente mehrere Songs, die von einfacher Schönheit nur so blenden. Im Studio wurde dann weiter am Sound getüftelt, sodass am Ende 11 Songs entstanden sind, die mal mehr folkiger und auch mal elektronischer klingen. Und Ásgeir wäre nicht Ásgeir, würde er nicht seine Alben in isländisch und englisch veröffentlichen. Hilfe bei der Übersetzung und dem Finden der richtigen Worte hatte er dabei vom in Reykjavík lebenden Amerikaner John Grant.



Das die Natur viel Einfluß in der Stücken des Isländers gefunden hat, kann man auch wieder seinem Vater Einar Georg Einarsson verdanken. Seine Texte auf dem Album handeln von einer verlorenen geliebten Person, der Kindheit, dem täglichen Leben, der Einheit zwischen Menschen und Ländern, sowie der Natur und Wasser. „Living Water“ ist so ein Ergebnis von Vater und Sohn.

In „Eventide“ singt Ásgeir über die Trauer, nachdem er einen geliebten Menschen in der Familie verloren hatte und „Youth“ handelt von seiner Kindheit und soll dieses gute Gefühl widerspiegeln, welches man hat, wenn man an die schönen Momente von damals denkt.
Hört man dann „Lazy Giants“, erkennt man, dass Ásgeir auch kritischer kann und die wirtschaftlichen Entwicklungen international und national mit ernstem Auge sieht.

Ein Song, der mich persönlich beim ersten Hören vor allem eingefangen hat, ist „Breathe“. Ein Song über Heimat und mit voller Stärke und Ausdruckskraft. In seiner ganzen Ruhe mit der wunderschönen Gitarrenmelodie verpackt, vollbringt es Ásgeit diesem Track eine besondere Aura zu geben.
 

Wherever I go
I´ll find my way home

 
Die Neugier wurde letzten Herbst mit den ersten Vorabsingles geweckt, „Youth“ und „Lazy Giants“. Großartig auch visuell umgesetzt erschien dann Anfang des Jahres „Pictures“.


See Also


„Bury The Moon“ ist sowohl der Namensgeber des Albums als auch der Song, welcher als letztes entstanden ist. Ásgeir sagt über den Titel, dass dieser so verstanden werden kann, dass man versuchen sollte, immer nach vorne zu schauen, anstatt stets in der Vergangenheit zu verweilen. Selber klingt der Track elektronischer als der Rest auf dem Album, verleitet zum Träumen ein, ist voller positiver Gedanken und ist der gebührende Namensgeber von dem Album.

Das Positive zum Schluß – Das Album „Bury The Moon“ ist wie eine Reise. Gespickt mit Herzschmerz, das Sein und die Schönheit der Natur zu sehen, die Kraft aus Vergangenem erkennen, die Stärke von Heimat sehen und den positiven Blick am Ende aus allem zu finden.


Wenn Ásgeir Trausti Einarsson eines auf jeden Fall kann, dann Musik zu schreiben, die unter die Haut geht, die Bilder im Kopf schafft und die schnörkellos ehrlich ist!


15. Februar – Alhambra / Genf
28. Februar – Mojo Club / Hamburg
29. Februar – UdK Konzertsaal / Berlin
20. April – Central Station / Darmstadt
22. April – Gloria / Köln
23. April – Muffahalle / München
24. April – Täubchenthal / Leipzig


Foto: Anna Maggie

Scroll To Top