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Austrian Heartbeats presents – New Sound from Austria

Austrian Heartbeats presents – New Sound from Austria

Das Frühjahr ist traditionell eine verdammt gute Zeit, um herauszufinden, was musikalisch auf der Welt so los ist. Das liegt normalerweise an Showcase Festivals wie dem South by Southwest in Austin, dem c/o pop Festival in Köln oder dem The Great Escape in Brighton, wo die Exportbüros vieler Länder ihre spannendsten neuen Acts unterstützen. Oft steht man dann auf besagten Festivals, guckt sich zum Beispiel eine Anti-Folk-Wiedergängerin wie Alicia Edelweiss, einen jungen, schillernden Popstar in the making namens Lou Asril, ein noisiges Krachkommando mit Witz namens BULBUL oder eine Indieband mit fantastischer Sängerin wie Hikee Bikini an – nur um dann festzustellen: Hey, die kommen ja aus der Nachbarschaft! Und zwar aus Österreich, das selbst in Zeiten, als dort eine rechts ruckelnde Regierung an der Macht war, immer schon eine bunte, wilde, diverse, queere und vor allem mitreißende Musikszene hat. Da aus bekannten Gründen die genannten Events in diesem Jahr nicht stattfinden können und all diesen Acts eine wichtige Chance genommen wird sich vor der Branche und den zukünftigen Fans zu präsentieren, werden wir heute und in naher Zukunft gemeinsam mit Austrian Music Export eine Reihe von Download-Paketen für euch zusammenstellen. In dieser Sammlung findet ihr eine bunte Tüte – einen Querschnitt aus Traditionsware der etablierten Labels und dem neusten Indie-Shit.


Anger – „Wo ist Die Liebe?“

„Wir sind wieder politisch. Wir sind laut. Wir schreien. Und wir tanzen.“ – so lautet das Credo von Anger. Mit ihrer Single „Baby“ landen Nora & Julian im Juni 2019 dann ihre erste Nummer 1 in den Radio FM4 Charts. Es folgten Auftritte u.a. auf dem Maifeld Derby, Sonar Festival in Barcelona, FM4 Frequency und Reeperbahn Festival. Das Debütalbum „HEART / BREAK“ ist draußen und bescherte ihnen auf dem Waves Vienna Festival 2019 den Award als beste Newcomer-Band des Landes sowie den FM4 Award bei den Amadeus Austrian Music Awards.


Sofie – „Asleep“

Mit vier begann sie Geige zu spielen, es folgte als Teenager ein Studienplatz am renommierten Wiener Konservatorium, das Sofie allerdings vorzeitig verließ. Es folgte ein Leben zwischen Los Angeles, New York und London, bei dem sie Mitglied des Boiler Room Teams sowie des Labels Stones Throw wurde. Aufgrund von familiären Hintergründen kehrte sie nach Wien zurück und fing an ihre eigene Musik zu schreiben: „In Vienna, I was suddenly so secluded, no longer surrounded by the musical world I was so embedded in, that it forged the way for my creativity. I’m not sure this would have happened had I stayed in LA, I don’t know if I’d have had the courage, or not felt like it was superfluous.“ Ihr Debütalbum „Cult Survivor“ erscheint Ende Juni.


Lou Asril – „Safe And Complete“

Lou Asril ist auf dem besten Weg die Rolle des musikalischen Wunderkinds im Soulbereich zu besetzen. Aus seiner am 13. März veröffentlichten Mini-LP „louasril“ (über Ink Music), die exklusiv nur auf Vinyl und digital erschien, gibt es hier den Track „Safe And Complete“. Der Musiker ist gerade knappe 20 Jahre alt, hat mit 11 eine klassische Klavierausbildung begonnen, mit 15 erstmals eigene Songs performed und hat 2019 u.a. bei dem österreichischen Amadeus Award sowie Popfest in Wien Auftritte. 2019 war er dann schon zwei Mal für den Amadeus Award (FM4 Award sowie Alternative) nominiert. Seine Tracks thematisieren Männlichkeitsbilder und Gefühlschaos, aber genauso das Sexuelle.


Ant Antic – „Good News“

Du bist, was du konsumiert – in seiner neuen Single „Good News“ widmet sich der österreichische Künstler Ant Antic erneut der emotionalen Macht von Informationen und Medien. Die nie enden wollende Flut von Nachrichten ist eines der zentralen Themen des bevorstehenden zweiten Albums „Good Vids, Vile Times“. Als Kind der ersten weltweit vernetzten Generation beobachtet er, wie geographische Grenzen zunehmend verschwimmen und sich die Menschen einander näher, verbundener fühlen – überwältigt von unendlichen Möglichkeiten gleichzeitig aber zu oberflächlichen Nihilisten werden. Wie ein Mantra dreht sich der Chorus wieder und wieder um zwei Gegenpole: ein Bombardement – von guten Neuigkeiten.


Drahthaus – „Skin“

Drahthaus baut Gebäude aus Klang. Die verspielte, gleichzeitig intuitive wie auch verkopfte musikalische Architektur der Wiener Band verschmilzt labyrinthische Strukturen, geometrische Motive und fließende Formen zu einem audiovisuellen Bauwerk: ein außergewöhnlich breites Spektrum an musikalischen Einflüssen unter einem Dach vereint. Den Baustoff bilden traditionelle und innovative Klangerzeuger, die sowohl im Studio als auch Live in einer produktiven Symbiose interagieren.


Alicia Edelweiss – „Leonie“

Alicia Edelweiss ist eine Austro-Britische Künstlerin und lebt in Wien. Ihre musikalische Geschichte begann mit 19 Jahren, als sie zwei Jahre lang quer durch Europa reiste. Auf der geldlosen Suche nach Freiheit entdeckte sie auf der Straße bald ihre Leidenschaft und ihr Talent für Musik. In Portugal nahm sie ihre erste EP „I should have been overproduced” auf. In Wien wurde sie Mitglied von der Band Old Trees und begleitete Voodoo Jürgens. 2019 folgte das erste Studioalbum „When I’m enlightened, everything will be better”, ihre anschließende Tour gipfelte in einem Auftritt in der Hamburger Elbphilharmonie.


Bulbul – „Motta“

Die seit über 20 Jahren aktive Wiener Band Bulbul hat dank ihres unkonventionellen Sounds und ihrer eindrucksvollen Live-Shows quer durch Europa Kultstatus erreicht. Für ihr mittlerweile achtes Album hat sich das Trio mit dem Produzenten Zebo Adam (u.a. Bilderbuch) zusammengetan. Gemeinsam mit ihm begeben sie sich auf „Kodak Dream“ in einen spannenden Soundkosmos und schlagen ein neues Kapitel in ihrer außergewöhnlichen und enigmatischen Bandgeschichte auf. In zehn Tracks bringen Bulbul ihre mit dem gewohnten Wortwitz ausgestattete Vision eines anarchisch zugespitzten Hybrid-Rock über die Bühne.


Laurie – „Everything Must Go“

Nach dem Ableben seiner renommierten Indie-Band Polkov hat Bandleader Laurenz Jandl beschlossen, als Solo-Projekt weiterzumachen. Als Laurie hat er gerade sein Debütalbum „Scientist of Man“ veröffentlicht, das wehmütige und nostalgische Tracks bietet, die an Coldplay, R.E.M. oder Dinausaur Jr. erinnern. Der Retro-Vibe ist während des gesamten Albums spürbar, voll von geradlinigen und aufrichtigen Texten und elegant gearbeiteten Balladen.


At Pavillon – „Move On“

Die romantischen Rebellen At Pavillon liefern ab und haben auch noch eine Botschaft. Die vier Mitglieder der Band haben Wurzeln in Österreich, Deutschland, Iran und Tansania, dem tragen viele Inhalte von ihrem Debütalbum „Believe Us“ – einer Art Konzept-Album zum Thema Selbstermächtigung – Rechnung, beschäftigen sich mit großen Themen wie Immigration, Flucht, Xenophobie aber auch mit Gender Equality und der Überwindung unnützer Bretter vor dem Kopf. Dass das auch ohne erhobenen Zeigefinger geht, sondern „Believe Us“ Spaß macht, bunt schillernd, glamourös und aufregend kurzweilig daherkommt ist erfreulich. „Move On“ ist ihre neue Standalone-Single.


Good Wilson – „Till We Meet Again“

Die neue Single von Good Wilson „Till We Meet Again“ aus ihrem selbstbetitelten Debütalbum ist eine Verabschiedung von einer schwierigen Lebensphase, geprägt von persönlichen Tragödien und Herausforderungen. Einen dicken Schlussstrich unter harten Zeiten zu ziehen, boostet positive Mentalität – weshalb „Till We Meet Again“ dann doch ein durchaus fröhlicher Track ist: „Erinnerungen bleiben für immer und schlechte Gedanken loszuwerden ist wirklich nicht leicht. … Wir empfehlen eine tägliche Dosis Sky-Gazen und Tagträumen um alle möglichen Herausforderungen zu überwinden“. Die eigens erfundene Genre-Bezeichnung „Sky Gaze“ – Dream Pop zum in den Himmel Starren und sich treiben lassen – beschreibt den Vibe von Good Wilson wohl am treffendsten.

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New Wellness – „Coco Baptiste“

In 10 Songs erzählt der 32-jährige Silvio Lenglachner aus Oberösterreich seine Stories, die er in zwei Jahren geschrieben, an seinem Laptop eingespielt und arrangiert hat – eine Geschichte, die von einem Weg zurück zur Musik handelt. Schon früh spielte der Autodidakt in diversen Bands wie u.a. We Walk Walls, dann folgte die Sättung an Musik. Bald schon allerdings wollten die ständig gesammelten Textfragmente – Zitate aus Filmen, Gesprächsfetzen, Beobachtungen und Eindrücke – (wieder) als Songlyrics in eine Form gebracht und gesungen werden. So entstand sein Solo-Projekt New Wellness und sein Debüt damit „Lexicon Of Untold Stories“.


Hikee Bikini  – „Wiener Dog“

Hikee Bikini ist irgendwas zwischen Frank Zappa und Britney Spears. Die 5-köpfige Band, die sich während eines Urlaubs auf Sri Lanka gegründet hat, liefert Liebesgeschichten und Overstatement. Ihre erste EP „Stutti Bonboni“ ist Anfang April erschienen. In ihrer dritten Single „Wiener Dog“ besingen sie mit einem gewissen Augenzwinkern und Hang zur Ironie ihre große Liebe zu Dackeln. Popavantgarde funktioniert für die Band als Überbegriff, reicht aber nicht komplett aus: „Wir machen mehr Spaß, als 08/15-Musikhörer_innen vielleicht erwarten würden, wenn sie den Begriff „Avantgarde“ hören.​“


Pauls Jets – „Der Teufel“

Mit „Highlights zum Einschlafen“ steht das neue, das zweite Pauls Jets-Album unmittelbar in den Startlöchern, und es ist ein verblüffend zeitgemäßes Album geworden. „Der Teufel“ hat genau diesen Vibe. Es geht um Machtlosigkeit, Resignation, die Schlechtheit und die Schlichtheit; ratlos zurück zur Natur. Eingebettet in gut durchdachte Hooks mit Ohrwurm-Garantie: Das ist Pop der besten Sorte.


Presse: FACTORY 92

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