Die US-amerikanische Sängerin und Songwriterin BANKS überrascht ihre Fans mit einer Live and Stripped EP die 4 Singles enthält, darunter 3 Songs ihres neuen, letzten Jahr Erschienenen Albums „III“. Wir haben für euch reingehört.


Ein Artikel von Yasmine M’Barek – Passend zur langweiligen Quarantänezeit lässt BANKS eine Variation ihrer stimmlichen Leistung erklingen, dabei sind „Drowning“, „Contaminated“, „Stroke“ und „If We Were Made Of Water“. Warteten viele Fans auf eine Deluxe Edition ihres letzten sowie vorletzten Albums, müssen sie sich nun mit neuer Acoustic zufriedengeben.

Mit der Liveversion von „Stroke“ übertrifft sich die aus Orange County stammende Artistin selbst. Lebt die originale Version eigentlich von ihrem legendären „Monster Mic“ und dem impulsiven elektronischen Sounds, fällt ihr Fehlen gar nicht auf. Mit Soundelementen wie Wasser oder kurzen, stotternden Einlagen der Sängerin arbeitet sie die Essenz des Songs raus, die musikalisch sowie inhaltlich starken Lyrics von „Stroke“.

„Contaminated“, der unangefochtene liebste, sowie emotionalste Song, seitens der Fans sowie von BANKS selbst, nährt sich eigentlich von den Indie-elektronischen Sounds. Diese lassen sich in der stripped Version missen, die im Vordergrund stehende Gitarre klaut dem Song seine melancholische sowie tiefgehende Essenz. Dies arbeitet Banks mit starken Vocals gegen Ende des Songs auf, trotzdem lässt sich der Track Original bevorzugen.

„Drowning“ – der mit Abstand favorisierteste Song der Künstlerin selbst – glänzt stripped ganz besonders. Es ist eine der wenigen Songs, den BANKS auf Konzerten immer wieder neu erfindet – mit Erfolg. Auch auf dieser EP ist es der mit Abstand beste Titel, mit R&B Sounds und zahlreichen Stimmvariationen versehen. Sie zeigt hier ihr musikalisches Talent, nämlich Eigenes erneut interpretieren zu können.

„If We Were Made Of Water“ wird mit einem Pianosound der 80er überschüttet, der klangmäßig wenig zu dem passt was die Originalversion bereithält. Neu kann gut sein – in diesem Falle klingt die Interpretation zu weit weg vom Original und gewöhnungsbedürftig. Die Neuumsetzung des Textes dafür gelingt umso besser, die Zerbrechlichkeit der Lyrics hebt sich aus jedem Wort.

Insgesamt gelingt der Songwriterin ein neuer Zugang zur eigenen Musik, gelungen und gewöhnungsbedürftig. Es lässt sich aber hoffen, dass BANKS eventuell erwägt mehrere ihrer Klassiker neu zu interpretieren, denn wer sie live mag, kann nie enttäuscht werden.


Autorin: Yasmine M’Barek Foto: Universal Music | BANKS – Live And Stripped EP