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Bastille & „Doom Days“: So schön klingt der Weltuntergang

Bastille & „Doom Days“: So schön klingt der Weltuntergang

Nie haben sich die letzten Tage auf der Erde schöner angehört. Nie war die Apokalypse so ergreifend und taktvoll. Bastille haben es wieder getan und veröffentlichen noch in dieser Woche ihr bereits drittes Studioalbum.


Ein Artikel von Dominik Huttner – Nach dem sehr persönlichen Debüt „Bad Blood“ und dem politisch motivierten „Wild World“ nimmt sich die Band im dritten Streich einer höchst aktuellen Thematik an: DEM ENDE DER WELT!

Und tatsächlich könnte das Motto des Albums nicht treffender und zeitgemäßer sein. Klimakatastrophen, Vermüllung der Meere, weltweite Bessesenheit und ständige Kontrolle durch soziale Medien. Doom Days bietet all das und noch viel mehr. Wie würden die letzten Tage der Menschheit aussehen? Was passiert, wenn alles was wir kennen ein Ende findet?


„Doom Days soll die Fantasie anregen. Wie würdet ihr die letzten Tage auf der Erde verbringen?“


Nach dem 2016 erschienen Wild World, hat sich die Band um Frontmann Dan Smith erneut drei Jahre Zeit gekommen, um am nächsten Langspieler zu arbeiten. Gespickt mit 11 neuen Songs, dürfte der neueste Release den Nerv der Fans treffen, erfreuten sich doch auch die vorherigen Alben größter und vor allem internationaler Beliebtheit.

Wer sich nun fragt, wie Doom Days wohl klingen mag, bekommt stilistisch einen Querschnitt der letzten Jahre geboten. Denn auch dieses Mal besticht die Veröffentlichung durch eine Mischung aus epischen Hymen, ergreifenden Balladen und tanzbaren Radiohits. Erste Einblicke lieferten die Titel „Quarter Past Midnight“, „Doom Days“ und „Joy“. Für die Band eher ungewöhnlich, sind auf Doom Days verblüffend viele explizite Inhalte zu finden, d.h Songs, deren Texte nicht jugendfreie Passagen enthalten.

Als Konzeptalbum gestaltet, zieht sich der rote Faden dieses Mal stärker als sonst durch die Tracklist. Song für Song setzt sich das Puzzle um Hoffnung, Zusammenhalt, Freundschaft und Zuversicht zusammen. Die Materie nimmt dem Album zwar ein wenig die Leichtigkeit, macht Doom Days dafür jedoch authentisch und nachvollziehbar.

Während wir mit aufregenden Songs wie „Bad Decisions“, „Another Place“ und „The Waves“ eine neue Seite der Band geboten bekommen, kehrt beispielsweise „Divide“ stilistisch zu den Anfängen der Bandgeschichte zurück und präsentiert sich als eine der wohl schönsten Balladen, welche die Band je produziert hat. Ohne Frage befindet sich das Album auf extrem hohem Niveau und könnte sich sogar zum Besten mausern, was die vier Briten jemals veröffentlicht haben.

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Denn wenn uns das neue Werk eines beweist, dann. dass Bastille auch nach all den Jahren keine inhaltlose Massenproduktion machen. Doom Days ist der Beweis für eine Meisterleistung an Detailreichtum und dem Spiel mit Metaphern. Musik die zum Denken anregt und aufwühlt. Musik die tief ins Herz geht und eine Botschaft hinterlässt. Wir beugen uns dem erhobenen Zeigefinger und ziehen den Hut vor so viel rhetorischer Genialität.


Autor: Dominik Huttner Foto: Universal Music

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