„Im Großen und Ganzen“ gefällt es mir wirklich gut. Ja, den schlechten Wortwitz konnte ich mir beim besten Willen nicht verkneifen. Aber völlig ernst, ist BENNEs neues Album ein richtiger Schatz.

Ein starkes, wohl überlegtes, bodenständiges, deutschsprachiges Album. Songs mit Inhalt, die es schaffen nicht belanglos und beliebig zu wirken.

Wenn man in seiner Muttersprache singt und diese auch noch deutsch ist, kann es schnell ins kitschige, theatralische abdriften und nur der Massentauglichkeit wegen sehr flach sein. Doch BENNE schafft den Spagat zwischen Dramaturgie und Authentizität. Titel die zum Nachdenken anregen, ohne einen bitteren Beigeschmack zu hinterlassen.

Im Großen und Ganzen“ verspricht ehrliche deutsche Popmusik. Es ist eine Offenbarung, ein Stückchen Persönlichkeit in jedem Titel. Man erkennt wie selbstreflektiert die Texte sind und welche Hintergründe BENNE hat einfließen lassen. Ein Mensch mit Lebenserfahrung. Ein Musiker der Geschichten zu erzählen hat, die das Leben und nicht irgendjemandes Fantasie geschrieben hat.


Wenn die Welt irgendwann dann doch nur eine Scheibe ist
Und ich fall über den Rand, dann nur weil ich dort der Erste bin


*BENNE zeigt sich als aufmerksamer und reflektierter Beobachter und nicht zuletzt als gewachsene Persönlichkeit. Hier spricht ein Songwriter, der sich mit 18 dazu entschied, in einem Waisenhaus in Südamerika zu arbeiten. Der in kleinen Dingen große Freude erkennen kann, der gereist ist, durch Europa und Länder wie Chile, Bolivien, Indonesien und Argentinien. Der viel Zeit in großen Städten, seine Kindheit aber vor allem in der Natur und beim Angeln verbracht hat. Der sein Leben bewusst lebt, hinschaut und nicht nur im Einfachen, sondern gerade in seinen Fehlschlägen zu sich und der Welt findet.

Es ist schwierig in der aktuellen Zeit und mit vielen, sehr vielen Mitstreitern im Markt aufzufallen, denn deutsche Musik erlebt dieser Tage einen zweiten Frühling und erfreut sich allergrößter Beliebtheit. Doch Benne zeigt sich unerschrocken und selbstsicher. Unangepasst, dennoch greifbar und authentisch, sodass jeder Song ein bisschen auch die eigene Lebensgeschichte aufgreift.

Für das musikalische Wohlbefinden sorgt das Album in jedem Fall. Eine kurze Auszeit in unserem Hektischen Alltag. So knüpft es rhythmisch und in der Struktur ebenfalls wunderbar an den Vorgänger aus 2016 an, lässt aber im Vergleich zu diesem, eine ruhige, minimalistische Ballade vermissen, die Benne ganz eindeutig auch beherrscht.

Nichtsdestotrotz ein Album und ein Künstler, dem man seine Aufmerksamkeit und Zeit schenken sollte. Die 12 Titel sind es wert, mit Bedacht und gespitzten Ohren angehört zu werden. Und dann, ja dann reflektiert doch gerne auch mal das eigene Leben.

Für Fans von: Max Giesinger, Johannes Oerding, Marie Bothmer, Alexander Knappe



Autor: Dominik Huttner Foto: ferryhouse productions / Felix Wittich *Presse: Promotion Werft