Das Warten hat schon bald ein Ende: black midi veröffentlichen ihr Debütalbum „Schlagenheim“ am 21. Juni via Rough Trade Records! Schon aus der Ferne hört man das Wummern aus dem Proberaum von black midi, der Rhythmus und die Wucht der Songs dringt durch die verschlossene Tür des Hauses in Südlondon bis zum Ende der gegenüberliegenden Straße, während man auf das Ende der Session wartet.

Ansonsten kann die Band das Klopfen nicht hören. Drinnen ist die Energie kaum anders. Sänger Geordie Greep, Gitarrist Matt Kelvin, Bassist Cameron Picton und Drummer Morgan Simpson haben ihre ganz eigene Verbindung, die sich auch immer wieder in ihren intensiven Live Shows wiederspiegelt. Weshalb sie auch schon früh mit amerikanischen Bands wie Shellac verglichen wurden – was die insgesamt schwer zu kategorisierende Musik aber nur oberflächlich beschreibt. Vielmehr verbindet die vier ihr musikalischer Enthusiasmus – oder wie sie es ausdrücken: „Liking messed up things„.

Darunter fällt die Begeisterung für den Rapper Danny Brown, die Death Grips, Deerhoof, Miles Davis oder auch die Talking Heads – wobei letztere sogar als Titel ihrer aktuellen, zweiten Single via Rough Trade Records dient. Ihren eigenen Stil beschreibt Greep: „We’ve always tried to make it heavy but danceable, melodic but good rhythms. It is accessible music, there are experimental aspects that we’ve taken from when we went crazy at the beginning, we’ve just reigned it in to make something that is pop music.“



Ihre eigene musikalische Bildung begann dabei schon sehr früh. Morgan Simpson wuchs in einer Kirche auf und fing schon im Alter von zwei Jahren an Schlagzeug zu üben. Greep wiederum begeisterte sich für Franz Ferdinands „Take Me Out“ oder Black Sabbath und übte stundenlang Guitar Hero.

I was like ‚this is badass‘, I thought the songs were sick so I borrowed CDs of my dad, I got into that music and thought ’now let’s learn the real guitar“. Letztlich trafen sich die vier in der Brit School, vertrieben sich die Zeit daneben als Session Musiker und finanzierten sich ihr Leben als Musiklehrer oder Straßenmusiker in Bormley.

Als sie als Band begannen, gab es einen ganzen Haufen an Regeln und Eingrenzungen, was sie machen wollten und was nicht. Mittlerweile hat sich das in eine „Anything goes“-Politik verändert: „If it works, if we keep thinking about it, just do it. If it doesn’t fit then who cares?“ So war die Musik zu Beginn „an ambient, droning, noisy thing„, wie sich Greep erinnert. Ähnlichkeiten zu Acts wie den Swans verflogen aber sobald sich Songs wie „bmbmbm“ und „Speedway“ aus dem Schaffen der vier herauskristallisierten.

Wer zuletzt das Glück hatte black midi schon auf einer ihrer ausverkauften Shows live zu sehen, wird jedoch festgestellt haben, dass die Songs der Band, die immer am Ändern und Entwickeln ist, sich jedes Mal anders anhören. Keiner weiß, wie diese Band in ein paar Jahren klingen wird. „It’s a bit bold, but you’ve got to set yourself challenges, there’s no point doing the same thing over and over again,“ sagt Greep im anfangs erwähnten Proberaum, mit der Gitarre auf den Knien. „Even now the music we’re doing in this room is sounding very different – it’s an ever-evolving thing“.


BLACK MIDI live

01.06.19 Immergut Festival, Neustrelitz
10.06.19 Moers Festival, Moers
08.-10.08.19 Haldern Pop Festival, Haldern
07.10.19 Lido, Berlin
08.10.19 Kampnagel, Hamburg
09.10.19 Bumann & Sohn, Köln


Presse: Beggars Group / Photocredit: black midi