Energie auf der Bühne, eine Stimme markant wie eh und je und ein Songrepertoire aus mehreren Jahrzehnten.

Bonnie Tyler ist auf Tour, mit im Gepäck ihr aktuelles Album „Between The Earth & The Stars“ und Songs aus all ihren Schaffensphasen. In der Westfalenhalle 2 in Dortmund fand nun gestern der Glockenschlag zu den beiden finalen Shows dieser Tour statt.


Von wegen Sitzkonzerte sind nur zum Sitzen da …

Ein Artikel von Nina Paul – Was sich anfänglich noch bei Support Lanny Lanner noch wie eine gemütliche Sitzrunde anfühlte, so hatte sich spätestens beim Hauptact des Tages die Fangemeinde erhoben um Bonnie Tyler zu feiern.
Von dem Österreicher Lanny Lanner gab es noch eher Countrytöne zu hören. Alleine mit Gitarre, Cowboyhut stand er auf der Bühne, um ein paar seiner eigenen deutschsprachigen Songs und überwiegend bekannte Covertöne zum Besten zu geben. Leider wurden diese 20min etwas langatmig, was man auch beim Publikum bemerkte, die sich daher noch lieber das ein oder andere Getränk holten.
Spätestens nachdem aber die Britin die Bühne betrat und die Stimmung sich erhebte, war nur noch Rock, Blues- und Funkelemente angesagt.

Der Mix mancht es aus …

Dies dachte sich wohl auch Bonnie Tyler, die zusammen mit ihrer vierköpfigen Band, eine gute Mischung aus altem und neuem Material bot.
Auch wenn sie zwischendurch mal leichte Patzer in Stimme und Text hatte, leider Geschehen bei einem ihrer größten Hits „Total Eclipse“, so wurde trotzdem genau diese älteren Stücke besonders erwartet und gefeiert.
Die Bühne spartanisch gehalten, ohne viel Schnickschnack wie eine Leinwand und mehr, lag das Hauptaugenmerk mehr auf die walisische Sängerin, ihre markante Stimme und den Songs.
Da brauchte es nur ein prägnantes Piano-Opening oder ein „It´s a …“ (Heartache) und schon konnten ihre Fans textsicher einsteigen. So wurden auch diese leichten Schwächen mit einem Augenzwinker schnell vergessen. Für mich bot sie im Allgemeinen aber immer noch mehr Stimme und Charakter als manch so hochangepriesener Star heutzutage.
Auch mit Coversongs konnte sie punkten, wie bei „Have You Ever Seen The Rain“ (im Original von Creedence Clearwater Revival) oder „The Best“, welches im Original von ihr kam und Tina Turner berühmt machte.

Mit Humor …

Bildete sich so schnell ein „intimes“ Konzert, welches leider nach 90 Minuten auch schon wieder vorüber war. Die Setliste bot viele Songs, doch ein paar bekanntere Stücke suchte man da doch vergebens. Geboten wurde so von der mittlerweile fast 68jährigen, die seit 50 Jahren im Musikbusiness aktiv ist, eine gezielte Auswahl an bekannteren und aktuellen Stücken.
Wenn dann nächstes Mal die Ticketpreise auch etwas erschwinglicher sind, dann wird auch Dortmund -Sold Out- melden können.


Foto: Nina Paul