Ein kleiner Tipp vorweg: Besser schon mal irgendwo den Namen ADAM NAAS notieren…Und das ganze am besten gleich mit “rotem Lippenstift“, denn an der imposanten Stimme dieses jungen Musikers aus Paris wird man in 2018 vermutlich schwer vorbeikommen. Gleich die Single “Cherry Lipstick“, bei der treibend-klatschenden Beats die rauchig-abgründige Stimme von ADAM NAAS einrahmen, kommt nämlich mit einem derart lässigen Video daher, das seinen relaxten French-Soulwunderkind-Style perfekt untermalt und gekonnt in Szene setzt. Seine gleichnamige Debüt-EP veröffentlichte ADAM NAAS schon 2016 und landete mit Songs wie “Fading Away“ bereits erste “heimliche Hits“, die bei den bekannten Streaming-Portalen zwischenzeitlich millionenfach angehört wurden.

Bevor ADAM NAAS am 21. September sein Debütalbum “The Love Album“ veröffentlicht, präsentiert er bereits jetzt ein derart lässiges Video zur aktuellen Single “Cherry Lipstick“.

ADAM NAAS mag zwar erst 26 Jahre alt sein, aber neben seiner angeborenen Lässigkeit ist er vor allem eben mit dieser wahnsinnig-umwerfenden Stimme gesegnet, die einem kalte Schauer über den Rücken jagt, oder zumindest für ein kurzes Innehalten oder Gänsehaut sorgt. Eine Stimme, die kaum greifbar zu sein scheint: weich und rauchig, beweglich und abgründig – eben noch zart und zerbrechlich, dann plötzlich majestätisch und wuchtig. Sein Talent wurde schon früh erkannt – u.a. von der Band AaRON, die ihn zu einigen ihrer Konzerte einlud, woraufhin das bereits erwähnte “Fading Away“, das bei YouTube kurz vor 1 Mio. Views steht, in seiner Heimat Frankreich Les Inrocks und Clique.tv hellhörig werden ließ.

Kein Wunder, denn sein Ansatz, den man vielleicht als “Dark Soul“ beschreiben kann, romantisch, düster und voller Schattierungen, hat wirklich etwas Umwerfendes. Bestimmt auch, weil ADAM NAAS kein Blatt vor den Mund nimmt, und seine Gefühle genauso vertont, wie sie sind. Seine Songs schreibt er selbst, und überträgt persönliche Erfahrungen in Melodien, indem er große Themen wie Liebe, Angst, Unbehagen oder Hoffnung immer weiter um- und einkreist.

Bereits mit den melancholisch-nostalgischen, dabei aber auch leuchtend-eindringlichen, Songs seiner gleichnamigem ersten EP hat er seine eigene Kunst schon selbst definiert: Ehrlicher, intimer, elektrisierender und elektrifizierter Soul-Pop. Wenn man mit ihm über Musiker-Klischees wie den “zum Untergang geweihten Künstler“ diskutiert, muss er selbst lachen und antwortet ironisch: “Ja, eine Zeitlang wollte ich mich ja auch Corbeau nennen“ – was auf Deutsch “Rabe“ bedeutet.

Und, wenn man sich zum Beispiel das Video zu “Fading Away“ anschaut, hätte ein großer schwarzer Vogel tatsächlich viel besser zu ihm gepasst, was er auch mit seinen Live-Shows unterstreicht, denn auf der Bühne hebt seine Stimme besonders imposant ab und trägt die Kompositionen zwischen Soul, Pop, Folk, Electro und Indie quasi davon. Dank seiner unbändigen Energie verleiht ADAM NAAS jedem einzelnen dieser Genres seinen ganz eigenen Stil – mal mit Hilfe ausgelassenen Beats wie bei “Downtown“, mal mit Gospel-Anspielungen wie beim sehr persönlichen “You Should Know“.

Dabei sei ihm die Musik gar nicht unbedingt in die Wiege gelegt worden, erzählt er: „Ich habe schon erst Laufen gelernt – das mit dem Singen kam etwas später. In meiner Familie gab es auch keine Musiker, aber ich bin mit Nina Simone aufgewachsen, weil meine Mutter ihre Songs ständig hörte. Und dann gab es da auch noch die Musik, die mein älteren Bruder hörte.

ADAM NAAS war aber auch großer Fan des Films “Sister Act II“, und hier vor allem der jungen Sängerin Lauryn Hill, mit deren Kult-Album “The Miseducation of Lauryn Hill“ er quasi aufwuchs. Zudem sang er auch gerne zu den Songs von Destiny’s Child und, als er zum ersten Mal die Bürgerrechtshymne von Sam Cooke “A Change Is Gonna Come“ (1964) hörte, war dies für ihn wie eine Offenbarung: “Da wurde mir schlagartig klar, dass, wenn ich Musik machen würde, meine Songs genauso intensiv klingen und ehrlich sein müssten“. Beeindruckt zeigte er sich auch von elektronischen Produktionen von The XX oder James Blake und dies alles führte letztendlich dazu, dass Musik auch zu seinem Mittel der Kommunikation und Selbstdarstellung wurde.



Presse: Belle-Music / Photocredit: Universal Music