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Wie der Phoenix aus der Asche: Christina Aguilera & Liberation

Wie der Phoenix aus der Asche: Christina Aguilera & Liberation

Mit Liberation meldet sich Christina Aguilera aus einer langen Pause zurück. Ganze sechs Jahre ist es her, seitdem mit Lotus das letzte Album der erfolgreichen Sängerin erschienen ist.

In der Zwischenzeit war Christina Aguilera allerdings nicht untätig und war unter anderem als Coach in der US-Version von The Voice zu sehen. Jetzt endlich das von den Fans langerwartete Comeback.


Mit den Songs Accelerate, Twice, Fall In Love und Like I Do, bekamen wir dabei bereits im Vorfeld einen Eindruck auf das neue, veränderte Schaffen der Sängerin.

Nun also die ‚Befreiung‘, so der deutsche Titel ihres siebenten Studioalbums. Sie ist zurück, wie der Phoenix aus der Asche. Frei von alten Lasten, frei von Ängsten und Zweifeln. Sie macht Schluss mit unrealistischen Erwartungen an Ihre Person, geprägt durch die Gesellschaft und Medien. Doch noch immer voller Leidenschaft und voller unbändigem Talent.

Im knapp zweiminütigen Intro, erwartet den Hörer ein fast schon magischer Einstieg ins Album. Eine ruhige, minimalistisch und doch ausdrucksstarke Einleitung. Über die gesamte Dauer bekommt man neben einem Instrumental nur den Satz „Where Are You? Are You There?“ sowieso das Wort „Remember“ zu hören. So wenig und doch so viel Raum für Interpretation.

Weiter geht es mit einem kurzen Interlude, welches den Titel „Searching For Maria“ trägt und mit nur 25 Sekunden den Titel „Maria“ einleitet.

Die kommenden dreizehn Titel geben einen Eindruck darauf, dass sich nicht nur Christinas Musik, sondern auch sie selbst in den letzten sechs Jahren immens gewandelt haben.

Wir begegnen gewohnt kraftvollen Songs wie „Sick Of Sittin“ oder „Fall In Line“…dem wohl mutigsten und wichtigsten Song der gesamten Auswahl. Ein Titel ganz im Zeichen der aktuellen Bewegung für die Stimme der Frauen.

„I got a right to speak my mind“


…aber auch Christinas Steckenpferd kommt nicht zu kurz und so bekommen wir die Diva in Ihrer besten Verfassung und Songs „Like I Do“, „Deserve“, „Twice“ und „Masochist“ in voller stimmlicher Bandbreite zu hören.

Zur absoluten Überraschung wird es sogar wieder etwas rougher. Für die Songs „Right Moves“, „Pipe“ und „Accelerate“ holte sich Christina Unterstützung Inn Form von Keida, Ty Dolla $ign oder 2 Chainz ins Boot. Letzter wurde von Kanye West und Che Pope produziert.

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Zwischen den Songs gibt es immer wieder kurze Überleitungen, die eine Retrospektive darstellen und poetisch interpretiert werden können. Es ist der rote Faden, der sich durch das sonst bunt gemischt Album zieht.

Eben ein Album voller Gegensätze. Voller neuer Wege und Experimente, und womöglich dennoch das persönlichste, ehrlichste und authentischste Werk seit Ihrem Debüt vor knapp 20 Jahren. Eine perfekte Darstellung der Wandelbarkeit, der Vielfältigkeit und Stärke, die Christina Aguilera seit so vielen Jahren auszeichnet.

Eine Comeback, auf welches sich das Warten gelohnt hat.



Autor: Dominik Huttner Foto: Milan Zrnic

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