2013 veröffentlichten Lauren Mayberry, Ian Cook und Martin Doherty, besser bekannt als CHVRCHES, Ihr Debütalbum „The Bones Of What You Believe“, auf das 2015 „Every Open Eye“ folgte. Bei beiden Alben schaffte es das Trio aus Glasgow jedes Stück, das Ihr Studio verließ im Alleingang zu produzieren. Nach zwei Jahren Wartezeit bringen CHVRCHES nun endlich Ihr drittes Album heraus.

„Love Is Dead“ erscheint am 28. Mai 2018 und soll sich laut der drei Bandmitglieder von den vorherigen Alben unterscheiden. Zuvor hatte Sängerin Lauren noch im Alleingang Songtexte geschrieben, während beim neuen Album alle Bandmitglieder Ihre Ideen einbrachten und zusammenschrieben. Das Album fühle sich daher zusammenhängender als Ihre Vorgänger an.

Die schottische Synthie-Pop-Formation hat sich in den Jahren seit Ihrer Erstveröffentlichung entwickelt und sich als Band soweit gefestigt, dass Sie sich bei „Love is Dead“ Einflüssen von außen geöffnet haben. Greg Kurstin, der bereits mit Sia und Adele zusammengearbeitet hat, arbeitete an acht der zwölf Albumtracks als Co-Produzent mit. Das Ergebnis der Zusammenarbeit ist eindeutig poppiger als bei den vergangenen Werken.

„Love Is Dead“ behandelt viele Themen, wie die schwierigen aber auch schönen Seiten des Erwachsenwerdens, die richtige Balance im Leben zu finden und natürlich, wie der Albumtitel vermuten lässt, Liebe mit all ihren Hochs und Tiefs. Der Song „Graffiti“ handelt davon aufzuwachsen und zu realisieren, dass die Dinge sich nicht so entwickelt haben, wie man erwartet hat. In „Deliverance“ vereinen CHVRCHES Pop und Punkt und singen über die Heuchelei in der Religion. Der Track „My Enemy“ überrascht mit Sänger Matt Berninger von The National und ist absolut hörenswert. Das Zusammenspiel von Matts schwerem, dunklen Bariton und Laurens heller, zarter Stimme runden den Song ab.

Obwohl CHVURCHES bei diesem Album mit anderen Künstlern zusammengearbeitet haben, sind Sie sich und Ihrem Sound treu geblieben. Die Drei sind immer noch emotional, wütend, an manchen Stellen Düster, schaffen es aber trotzdem das Ganze in kommerzielle Popmusik zu verpacken. Das Zusammenspiel von Melancholie verleiht dem Synthie-Pop jedoch die Tiefe, die normaler Popmusik oft fehlt.
Eine starke Frontfrau, die auch bei unangenehmen Themen wie Sexismus den Mund aufmacht, scheint auch nicht zu schaden. Der Song „Heaven/Hell“ handelt genau davon – ganz vorne zu stehen, Frauenfeindlichkeit und Sexismus auszuhalten, aber auch zurückzuschlagen. Lange vor Harvey Weinstein und der #MeToo-Bewegung hatte sich Lauren Mayberry zu Sexismus geäußert und hört auch jetzt, wo der Feminismus den Mainstream erreicht hat, nicht damit auf.

Wahrscheinlich ist genau das das Geheimnis von CHVRCHES anhaltendem Erfolg – eingängige Popmusik, mit emotionalen, ehrlichen Texten und einer starken Stimme an der Font.



Autorin: Lisa Schulz / Foto: Danny Clinch