Schon seit Monaten war das Konzert von Clueso im Skater Palace in Münster ausverkauft…


Ein Artikel von Sarah Kaiser – Der 38-jährige Erfurter reiste zwar mit großem Nightliner an, aber dieses Mal nur ‘Handgepäck’ und legte während seiner aktuellen Tour auch in Westfalen einen Stop ein. Nachdem er im letzten Jahr fast nur große Bühnen mit 8-köpfiger Band, riesigem Bühnenbild und fetter LED Wand gespielt hat, verzichtete Clueso nun weitestgehend auf den ganzen Schnickschnack und kehrt damit zu seinen musikalischen Wurzeln.

Im intimen Rahmen des Clubs, mit lediglich 4 Bandmitgliedern und einem „abgespeckten“ Bühnenaufbau (Holzplatten-Hintergrund und nackten Glühbirnen) präsentierte sich der Sänger komplett anders als gewohnt. Sehr entschleunigend und akustisch empfand ich auch die Arrangements, seiner nicht nur „aktuellen Stücke“. Die, so auf das Wesentliche reduzierte Musik, behielt aber weiterhin den unverwechselbaren Clueso-Sound. So sang Thomas Hübner alias Clueso auch zahlreiche seiner älteren Songs.

Nicht nur ‘Freidrehen’, ‘Cello’ oder ‘Chicago ‘sorgten für absolute Tanz-Mitsing-Klatsch und Hüpf Stimmung im Publikum sondern auch die amüsanten Anekdoten über Udo Lindenberg, die Clueso erzählte, brachten die Zuhörer zum schmunzeln. Der Sänger schlug aber auch ruhigere Töne, nur mit seiner Akustikgitarre an. Songs wie ‘Paris’, ‚Fanpost‘ oder ‚Landstreicher‘ spielte er teilweise im Duett mit seinem Drummer Tim Neuhaus. „Digitale Sachen sind da, um sie zu vergessen, Analoges, um sich daran zu erinnern“ unter diesem Motto setzte dann zur Hälfte des Konzertes die Musik aus und der Bestseller-Autor Benjamin von Stuckrad-Barre überraschte das Publikum mit einem kleinen Leseduett.

Zusammen mit Clueso las er aus seinem Buch „Ich glaub‘, mir geht’s nicht so gut, ich muss mich mal irgentwo hinlegen“, in dem es um ein paar Reiseerlebnisse geht. Alles in allem hielt er sich nicht unbedingt an die Setliste sondern spielte spontan auch andere Songs, nachdem er dann mit drei Zugaben die Bühne unter tosendem Applaus verließ

Wer die Chance hat, den Thüringer in einem neuen Gewand zu erleben, der sollte sich das nicht entgehen lassen und sich beeilen, denn die meisten seiner Clubshows sind schon ausverkauft.



Autorin und Foto: Sarah Kaiser