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Da wäre man am liebsten selbst drauf gekommen – SIND & „Irgendwas mit Liebe“

Da wäre man am liebsten selbst drauf gekommen – SIND & „Irgendwas mit Liebe“

Willkommen bei „Irgendwas mit Liebe„, Ihrem neuen Lieblingsalbum. Musik ohne viel Chichi und Firlefanz – richtige, ehrliche Gitarrenmucke, die es heute kaum noch gibt – damit können SIND und ihr Debütalbum punkten. Dass das Ergebnis genau so klingt, hätten sie selbst nicht erwartet, als sie anfingen, mit dem Bilderbuch-Produzenten Zebo Adam in Wien zu recorden. Keine überproduzierten Tracks, eher welche mit Ecken und Kanten, richtig schön. Diese treibenden, hallenden Indie-E-Gitarren, man muss sie einfach lieben.

Wer einmal genauer hinhört, auf die Texte achtet und beginnt, sie zu verstehen, wird schnell zu dem Entschluss kommen, dass SIND heiße Anwärter des imaginären „Die besten Metaphern des Jahres„-Preises sind. Die drehen sich zeitgenössisch häufig um unsere handyfixierte Internetgesellschaft. Keine alten Kamellen von gestern, sondern mitten im Jetzt – sonst würden sie ja auch nicht SIND, sondern WAREN heißen, nicht? „Deine Liebe ist so 3G!

Da ein Radiergummi nach Beziehungsenden wenig nützt (Schlussstriche zieht man ja nicht mit Bleistift), lieferten SIND im vergangenen Jahr bereits die Masterlösung für dieses Problem: „Alpina Weiß„. Ein Song, der klingt, als könnte man ihn in herrlicher Leichtigkeit mit vielen anderen Menschen zusammen auf einem SIND-Konzert mitsingen. Doch „Irgendwas Mit Liebe“ hat bei weitem nicht nur diesen einen Hit in seiner 42-minütigen Laufzeit. Der titelgebende Song, der als Vorabsingle fungierte beispielsweise. Oder „Mi Wifi es su Wifi„, das wahnsinnig geile Gitarrenriffs und die Smartphone-Analogie zusammenbringt, auf die man am liebsten selbst gekommen wäre. Ein eigenwilliges Liebeslied hätten wir auch im Angebot, „Betty Ford“ heißt es. Und dann wären da noch die anderen 7 Songs, die hier Erwähnung finden, dennoch von jedem selbst richtig erkundet werden sollten.

„Ein kleines Zeichen auf deinem Handgelenk, dein neues Tattoo. Bitte sag mir, dass da nicht Carpe Diem steht.“

Merkt euch diese fünf Berliner Jungs mit dem einfach zu merkenden Bandnamen, denn so schnell werden sie uns hoffentlich erstmal nicht mehr loslassen mit ihren Texten und Melodien, die sich allzu schnell in mitreißende Ohrwürmer verwandeln.


SIND live
20.04.2018 Berlin, Säälchen
28.04.2018 Hamburg, Molotow

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Autorin: Anna Fliege / Photocredit: Cedric Retzmann

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