Es war eine Show voller Superlativen, die Panic! At The Disco im Düsseldorfer ISS Dome abgeliefert haben. Zurecht war die Show seit Monaten ausverkauft, und trotz einiger Widrigkeiten, hat es sich gelohnt die Kapazität der Show fast zu verdoppeln.


Ein Artikel von Dominik Huttner und Anna Fliege: Es ist eines dieser Konzerte, das man nur schwierig in Worte fassen kann. Mein Vokabular reicht nicht aus, um zu beschreiben wie genial DAS ist, was PATD in Düsseldorf aus dem Hut zauberten.

Bereits in der Nacht vor dem Konzert stellten sich die ersten Fans an die Halle, um die besten Plätze im riesigen ISS Dome zu ergattern. Es ist eine besondere Atmosphäre, denn mit einer gut 15-Jährigen Bandgeschichte, holen PATD ein breites Spektrum an Menschen ab und sorgt somit dafür, dass neben den Kindern auch manche Eltern einen Grund zur Feiern haben.

Eröffnet wird die Show während der Europa Konzerte, von der US-Band ‚A R I Z O N A‘, die mit einer Mischung aus Rock und Indietronic ein wenig an die 80s erinnerten, stilistisch nicht ganz zu Panic! passten, es aber trotzdem schafften, die Menge zum Tanzen zu animieren. Bekannt geworden ist die Band durch die Single „I Was Wrong“, die in 2016 Star-DJ Robin Schulz für sich entdecke und den Musikern mit einem Remix, den entscheidenen Auftrieb verschaffte.

Mit einem 10 minütigen Countdown kündigte sich anschließend der lag ersehnte Moment an. Seit Release des letzten Albums, haben Panic! einen kometenhaften Aufstieg erlebt und füllen weltweit die allergrößten Stadien. Die Stimmung im ISS Dome ist elektrisierend und man fiebert sekündlich dem Ablaufen der Uhr entgegen. Selten war die Stimmung so (positiv) angespannt wie in diesem Moment.

Die ersten Töne erklingen und mit einem sensationellen Sprung aus dem Boden erscheint Brendon Urie auf der Bühne und gibt damit den Startschuss für einen unvergesslichen Abend. Bereits mit dem Opener ‚(Fuck A) Silver Lining‘ ist klar, dass die nächsten 120 Minuten in die Geschichte eingehen. Ja, es ist Zeit die Sitze zu verlassen, denn jetzt wird getanzt.

Ohne übertreiben zu wollen, folgte das, was manche Gäste als phänomenal und unbeschreiblich bezeichnen würden. In einer Intensität wie ich sie bis zu diesem Tag noch nicht erlebt habe, legen Brendon, Mike und Nicole eine Show hin, die ihres gleichen sucht, und nach der lange lange LANGE Zeit nichts vergleichbares mehr kommt. Brendon Urie ist in Bestform und lieferte Song um Song um Song eine stimmliche Glanzleistung ab, die aktuell im Bereich der Popmusik niemand toppen kann.


Das sagt Anna:

Es brauch seine Zeit, bis man verarbeitet hat, was da gestern Abend im ISS Dome passierte. Es war Varieté, es war Rock’n’Roll, es war so, wie ich mir eine imposante Show im schillernden Las Vegas vorstelle: Panic! At The Disco haben meine Erwartungen an sich und an eine Liveshow selbst meilenweit übertroffen. Es gibt einen neuen Platz 1 der „besten Konzerte meines Lebens“.

Und bei einer Mammut-Setlist wie dieser fällt es schwer, nur einzelne Highlights rauszupacken, drei dürfen dann allerdings trotzdem nicht ungenannt bleiben.

High Hopes“: Der Überraschungs-Megahit des aktuellen Albums, der seit Monaten Chartlisten königlich beherrscht und auch live eine Euphorie auslöste, die augenblicklich für Gänsehaut sorgte. Selten habe ich ein Publikum SO laut und energisch mitsingen hören wie hier. Ein verdienter Erfolgssong!

Bohemian Rhapsody (Queen Cover)“: Ein Wechselbad der Gefühle, das sein Ende noch nicht gefunden hat! Ja, Brendon Urie wagte es tatsächlich, das wohl beste Lied unserer modernen Musikgeschichte zu covern und was soll ich sagen, er hatte dabei vollen Erfolg. Für Queen-Fans wie mich, die erst nach dem Tod von Freddie Mercury geboren wurden, nie in den Genuss der Live-Perfomance kamen und eigentlich schon damit abgeschlossen hatten, jemals eine ebenbürtige Version zu erleben, war das ein großer, sehr emotionaler Moment. Chapeau!

I Write Sins Not Tragedies“: Allerdings bin ich genau der Jahrgang, der 2005 nicht nur Brendon Uries Kajal-Kunstwerke anhimmelte, sondern auch den ersten Hit der Band bis zum Erbrechen im heimischen Kinderzimmer hörte. Als vorletzter Song ging am gestrigen Abend ein Traum in Erfüllung, den mein 11-Jähriges Ich nicht zu träumen wagte, so unerreichbar erschien es. „OH, WELL IMAGINE AS I’M PACING THE PEWS IN A CHURCH CORRIDOR…”


Und so ist die 28 SONGS! lange Setlist ein Querschnitt durch die eigene Jugend und weckt die besten Erinnerungen. Kein anderer Act würde es wohl schaffen, dass keine Minute der Langeweile entsteht und man des Blinzeln traurig ist, da man nicht mal eine Sekunde der atemberaubenden Show verpassen möchte.

Und so gibt es Pyrotechnik, fliegende Bühnen, Konfettiregen, Pianos und Schlagzeuge die aus dem Boden fahren, die wildesten Stunts von Brendon inkl. dem legendären Back-Flip, sowie jeder Menge Gänsehautmomente in „nur“ 120 Minuten. Mit einer wirklich unfassbaren Inszenierung, setzt sich die Band ein Monument und bringen ein bisschen Las Vegas nach Deutschland.

Wir sagen Danke!


Hier gibt es einen ersten Rückblick auf die bisherige Europatour:


Autoren: Dominik Huttner + Anna Fliege Foto: Dominik Huttner