Bereits 2015 veröffentlichte die damals hierzulande noch unbekannte Formation, das gleichnamige Debütalbum „Welshly Arms“ und brachte damit den Stein für großen Sound ins Rollen. Derbe, volle Rocknummer mit dem besonderen Ostküsten-Flair, dafür steht das Sextett. Cool und lässig, mit dezentem Hang zur (völlig positiv gemeinten) Übertreibung, dass es vor coolness kaum auszuhalten ist. Musik für heiße Sommertage, mit einem kühlen Bier idealerweise am Lagerfeuer. JA, das möchte man erleben, wenn man der Musik der sechs lauscht.

Die volle Stimme von Frontmann Sam Getz ist so präsent und einnehmend, dass einen schon in den ersten Sekunden jedes Songs der Drang überkommt wild zu tanzen, zu singen und alles um sich herum zu vergessen.

Mit nur 10 Titeln hat man den Longplayer aus 2015 verhältnismäßig schnell durch, findet so aber genug Zeit das ganze nochmal von vorne zu starten. Eines der Album, dass man mehrmals ‚Front To Back‘ hören kann, ohne sich zu langweilen, einfach weil der Sound so grandios ist.


Mit dem Song und der gleichnamigen EP „LEGANDARY“, setzte Welshly Arms im letzten Jahr dann vollends neue Maßstäbe und katapultierten sich zurecht für mehrere Wochen als Dauerohrwurm in unsere Gehörgänge. Völlig ungerechtfertigt, schaffte es der stimmungsgeladene Track in Deutschland nur auf Platz 16 der Charts und in ihrer amerikanischen Heimat sogar nur auf Platz 22. Dennoch ist der Song ohne jeden Zweifel einer der besten und eindrucksvollsten aus 2017.


Eben an diesen gewaltigen, mitreißenden Sound knüpft die Band nun mit „No Place Is Home“ an vorherige Erfolge an. Epochal und „so schön dramatisch“ (Zitat Anna) ist das Werk, das dieses Mal sogar drei Songs mehr mitbringt, als das Debütalbum und selbstverständlich auch den Smash-Hit „Legendary“ an Bord hat.

Mit Sanctuary, Indestructible und Down To The River wurde uns seit Anfang des Jahres derweil auch ein erstes Vorgeschmack auf das Geboten, was die Clevelander seit Monaten erarbeitet haben.

Ein wenig poppiger ist es geworden, dabei bleibt sich die Band aber stilistisch immer noch treu und dreht hauptsächlich an kleinen Schrauben, um vielfältiger und abwechslungsreicher zu werden. Wer mag schon zwei Mal exakt das gleiche hören? Es ist kein gewagtes Experiment, sondern eher eine Umleitung die ans gleiche Ziel führt.

Wer auf gute handgemachte Rockmusik, mit Charakter und ein wenig „Western-Retro-Flair“ steht und gegebenenfalls auch bei der Band „Kaleo“ nicht abgeneigt ist, sollte Welshly Arms definitiv eine Chance geben und ins neue Album reinhören! Es lohnt sich.

Als kleinen Vorgeschmack, gibt’s hier noch die Akustik-Version meines aktuellen Lieblingssongs des neuen Albums: DOWN TO THE RIVER





Autor: Dominik Huttner Foto: Peter Larson