Sonntag Nacht um 04:37 Uhr kam die SMS aus dem Studio in Stockholm: „We are done!„. Und nun geht es ganz schnell: Bereits am kommenden Freitag (11.01.) wird „Broken“ erscheinen, das siebente Album der schwedischen Friska Viljor. Es dürfte wohl eines der „frischesten“ Alben jemals sein, welches keine fünf Tage nach Fertigstellung bereits veröffentlicht wird. Und ab kommenden Montag kommen die Skandinavier dann auf ausgiebige Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Jedoch ist die Geschichte des Albums eine ganz andere: Wie bereits beim Überraschungsauftritt auf dem letztjährigen Reeperbahn Festival klar wurde, schlagen Friska Viljor auf „Broken“ dieses mal andere Töne an, als man es von ihnen gewohnt war. Grund dafür ist eine tiefgreifende Lebens- und Sinnkrise von Sänger Joakim Svenigsson, ausgelöst durch die Trennung von seiner Lebenspartnerin und dem dadurch folgenden Auseinanderbrechen seiner Familie. Dies führte dazu, dass Sveningsson im freien Fall in die Krise stürzte, die auch fast das Ende der Band bedeutet hätte. In einem langen Statement, welches er auf den Kanälen der Band veröffentlichte, geht er hierbei ins Detail.

Dementsprechend düster fällt „Broken“ aus. Die Reihenfolge der Songs stellt dabei auch den chronologischen Ablauf der gesamten Krise dar. Von den ersten Zweifeln über den dumpfen Schock, die Selbstzweifel, die Trauer und das Vermissen, flankiert von persönlichen Abstürzen. Dies alles wird in einer derart intimen Weise dargestellt, dass das Hören von „Broken“ einem Blick in die Seele von Sveningsson gleicht. Einige der tieftraurigen Songs auf dem Album sind alles andere als leichte Kost. Es lohnt sich aber, sich auf „Broken“ einzulassen, denn schon nach kurzer Zeit entfaltet sich ein ganz eigener, dunkler Kosmos, der einen in seinen Bann zieht. „Broken“ ist das stärkste Album der Band seit Jahren, wenn nicht sogar das stärkste ihrer Karriere. Das wichtigste ist es auf jeden Fall.

Der bereits als Vorab-Single veröffentlichte Album-Opener „Unless You Love Me“, scheint dem ersten Eindruck nach überraschend positiv zu sein – eine herrlich unprätentiöse wie auch eingängige Indierock-Nummer, die Assoziationen zu den frühen Weezer, Nada Surf oder den schwedischen Indie-/Punk-Ikonen Bob Hund hervorruft. Beschäftigt man sich jedoch mit dem Text, wird schnell klar, dass es, wie so oft bei Friska Viljor, eine zweite Ebene gibt und sich hinter der lieblichen Melodie ein deutlich ernsterer Text verbirgt. So singt Sveningsson: „I am not in love with you If you are not in love with me so I want to break up!

Der zweite Vorabtrack „All Is Good“ nimmt dann keinen Umweg mehr über vermeintlich fröhliche Melodien, sondern umarmt die Traurigkeit und macht die Verzweiflung und Hilflosigkeit fast greifbar.



FRISKA VILJOR live

14.01. Hamburg – Uebel & Gefährlich (ausverkauft)
15.01. Berlin – Astra
16.01. Münster – Sputnikhalle
17.01. Köln – Gloria
18.01. Wiesbaden – Schlachthof
19.01. AT-Linz – Posthof
20.01. AT-Vienna – Flex
21.01. AT-Salzburg – Rockhouse
22.01. AT-Dornbirn – Conrad Sohm
23.01. CH-Bern – Bierhübeli
24.01. CH-Winterthur – Salzhaus
25.01. München – Theaterfabrik
26.01. Dresden – Beatpol
27.01. Rostock – M.A.U. Club


Presse: Community Promotion / Photocredit: Dennis Dirksen