2011 startete das New Fall Festival in Düsseldorf und lieferte damit ein Konzept ab, welches mehrere Tage stilsicher und gleichzeitig aufregend, unterschiedliche Künstler in tollen Locations präsentiert. 2018 hat sich das gar nicht mehr ganz so kleine aber feine Festival etabliert und zeigt auch in diesem Jahr, an wieder einmal besonderen Orten, tolle Bands.


Ein Artikel von Lisa Schulz – Am Sonntagabend tritt im wunderschönen Club des Capitol Theaters die grandiose Band Drangsal auf, vorher begleitet von den nicht weniger beeindruckenden Jungs von Lea Porcelain.

Vor Beginn sammeln sich die Besucher im Foyer des Theaters, der rote Vorhang zum Club ist noch zugezogen und es wird gemütlich das ein oder andere Bier an der Bar getrunken. Als um acht Uhr Einlass ist, verlagert sich das Ganze in den Capitol Club. Dieser bietet Platz vor der Bühne oder an den seitlich stehenden kleinen, gemütlichen Tischen, stilecht mit Lampen dekoriert. Die Atmosphäre an diesem Abend stimmt also schon mal.

Um 20:15 Uhr beginnt die Band Lea Porcelain zu spielen. Das Berliner Postpunk Duo besteht aus dem Sänger Markus Nikolaus und Julien Bracht, an diesem Abend begleitet von zwei weiteren Bandkollegen. Lea Porcelains Sound ist düster und opulent, mit viel Synthesizern, begleitet von Juliens rauchigem Gesang. Die Vier treten das erste Mal in Düsseldorf auf, überzeugen das Publikum aber sichtlich mit ihrer außergewöhnlichen, stimmungsvollen Show. Während Ihrer Spielzeit ist der Capitol Club nur spärlich beleuchtet, was zur Atmosphäre des Auftritts nur positiv beiträgt. Die Band spielt bis kurz nach neun und verlässt dann begleitet von Applaus die Bühne.

Um 21:45 Uhr ist, nach kurzer Umbaupause, Max Gruber aka Drangsal mit seiner Band an der Reihe. Der deutsche Sänger ist dafür bekannt etwas extravagant zu sein, was an diesem Abend nur bestätigt wird. Mit blau-weiß-rotem Jogginganzug und schwarzen Lederstiefeln steht der Sänger vorm Mikro und begrüßt sein Publikum, das er später liebevoll als weltschönste Müllkippe der Welt betitelt – denn Sie nehmen ja schließlich seinen geistigen Abfall auf. Man merkt schon, dass der Humor etwas derber ist, was Drangsal allerdings sympathisch rüberbringt. Die Musik ist irgendwas zwischen New-Wave und Postpunk, lauteigensinnig, mit einer Prise schwarzem Humor.

Die Stimmung während des Konzerts ist super, das Publikum feiert ordentlich mit und die Menschen drängen sich freudig vor der Bühne zusammen. Drangsal spielen viele Songs von Ihrem neuen Album „Zores“ und kosten jede Minute Spielzeit aus. Als Zugabe wird gegen 23 Uhr noch „Turmbau zu Babel“ gespielt, mit dem die Band dem Abend noch die Krone aufsetzt.

Das New Fall Festival hat bei diesem Konzert genau das geschafft, was es sich vorgenommen hat – besondere Künstler in einer tollen Location spielen zu lassen und den Leuten damit einen unvergesslichen Abend zu schenken.


Autorin/Foto: Lisa Schulz