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Das trübsinnige Bekenntnis zum Club der Rastlosen und verlorenen Seelen mit „Du hast mein Herz im Darknet verkauft“ von DISSY feat. Tightill

Das trübsinnige Bekenntnis zum Club der Rastlosen und verlorenen Seelen mit „Du hast mein Herz im Darknet verkauft“ von DISSY feat. Tightill

Da ist er wieder, dieser dissy. Unverschämt unverblümt. Uneindeutig aufrichtig. Offenherzig empfindungslos. So kommt sein neuer Track samt visueller Darstellung daher.

„Du hast mein Herz im Darknet verkauft … Aber ist mir egal, ich hab´es eh nie gebraucht“

Engelsgleich im Unschuldsgewand, dies konträr gegenüber Seins der vernetzten Verhaltensweisen. Reale versus Fiktiv, wo manche wahre Dinge einfach keinen wirklichen und ehrhaften Platz mehr finden.


„Du hast mein Herz im Darknet verkauft“ ist ein erdrückend unbekümmertes Bekenntnis zum Club der Rastlosen und verlorenen Seelen. Es ist die schrille Analyse einer absurden Gegenwart, in der das autonome System Internet quasi alles Erdenkliche furchtbar belanglos und gleichgültig gemacht und das Emoji die Verantwortung für den Ausdruck realer Gefühle übernommen hat. Gerade am wohl mystischsten Ort, den die von schwindelerregenden Loopings durchzogene Datenautobahn zu bieten hat, ist kein Platz für Romantik, Herzschmerz oder idealistische Versprechen. Aus diesem virtuellen Labyrinth aus Einsen, Nullen, Handfeuerwaffen, Bitcoins, kruden Phantasien und Hardcore-Pornos führt nur ein Fluchtweg: Abstumpfung.

In Symbiose mit Tightill – letzterer so richtig richtig echter Punk (realrap!) und inoffizieller Anführer des Bremer Untergrund-Syndikats Erotik Toy Records – und MOAT, den dissys Anhängerschaft spätestens seit seiner herzerwärmenden Gesangseinlage in »Sie kommen in der Nacht« auf dem Schirm haben dürfte, sendet er nun trübsinnige Lebenszeichen aus einer bizarren Parallelwelt, eben hast mein Herz im Darknet verkauft“!

Gerade am wohl mystischsten Ort, den die von schwindelerregenden Loopings durchzogene Datenautobahn zu bieten hat, ist kein Platz für Romantik, Herzschmerz oder idealistische Versprechen. Aus diesem virtuellen Labyrinth aus Einsen, Nullen, Handfeuerwaffen, Bitcoins, kruden Phantasien und Hardcore-Pornos führt nur ein Fluchtweg: Abstumpfung.

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Auch deshalb fühlen sich Abertausende junge Menschen wie magisch angezogen von den muffig-düsteren Techno-Kellern, die das Pflaster unserer Städte unterhöhlen. DISSY hat das Motiv der urbanen Clubkulisse für die visuelle Untermalung seiner Single bei weitem nicht grundlos gewählt:

Sie weist große Ähnlichkeiten auf mit diesem sagenumwobenen Darknet, ist ebenfalls Schauplatz und Bühne für aufklaffende Abgründe, wahnsinnige Verhaltensmuster und weirde Gestalten, die im Tageslicht kaum sichtbar sind. Dass sich inmitten dieses Treibens auch Liebesgott Amor verirrt hat, zeigt wie der zwischen hektischen Claps und harmonischen Gitarrenriffs tänzelnde Beat nur einmal mehr, dass DISSY nichts mehr liebt, als absurde Kontraste klug zusammenzuführen.


Im Oktober ist Dissy live als Support für OK Kid unterwegs
24.10.19 Linz
25.10.19 Graz
26.10.29 Wien
27.10.19 Augsburg


Presse: SureShot Promotions

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