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Das unverwechselbare Quintett: Leoniden in Wuppertal

Das unverwechselbare Quintett: Leoniden in Wuppertal

Zugegebenermaßen kommt es nicht all zu häufig vor, dass in Wuppertal richtig gute, namenhafte Konzerte stattfinden. Umso schöner, wenn es doch hin und wieder eine Ausnahme gibt und diese auch noch den Namen Leoniden trägt. Die fünf Kieler Jungs brachten am gestrigen Freitagabend den Klub der Wuppertaler Location die börse zum zum Tanzen.

Bei begeisterten Musikfans längt keine Unbekannten mehr, gerade fertig mit den Support-Touren für die Indie-Legenden Franz Ferdinand und den Alternative-Helden Donots, schauen die Jungs vor der anstehenden Festivalsaison noch einmal im Bergischen Land vorbei.

Sie sind keine normale Band, so viel sei gesagt. Alle fünf Bandmitglieder betreten die Bühne in Jogginghosen, was sie auf Anhieb nochmal sympathischer macht, als sie ohnehin schon sind. Das, was sie da machen, ist so schön unkonventionell – musikalisch wie performance-technisch. Die einstiege Schülerband legt wilde Tanzmoves aufs Parkett, die man sonst wohl nirgendwo in dieser Ausführung erleben kann und animieren so auch die Menschen vor der Bühne, hemmungslos mitzutanzen.

Erst im Januar traten sie im Rahmen des Wuppertaler Schülerrock-Festivals in der bergischen Unihalle als Headliner auf, einige der heute Anwesenden geben auf Nachfrage zu verstehen, dass sie (wie auch ich) bereits dort davon überzeugt werden konnten, wie viel Talent und Lebensfreude in einem Leoniden-Konzert steckt. Und auch jetzt ist die Indie-Rock-Band nicht gerade sparsam, wenn es um Energie geht. Im Handumdrehen tanzt ein Großteil des Publikums zu den Songs des selbstbetitelten Debütalbums, das im letzten Jahr erschien. Besonders Songs wie „Nevermind“ und „1990“ bringen die Leute heute nicht nur zum Tanzen, sondern auch zum fröhlich-schiefen Mitsingen.

„I got a situation, I’m living in a place that fucks me up, a bunch of wrong decisions, can you get up here?“

Mittendrin statt nur dabei – Sänger Jakob nimmt das sehr genau und springt beim ein oder anderen Song in die Menge und taucht in den tanzenden Mob ab, der sich zwei Mal an diesem Abend zu einem ihn umkreisenden Circlepit entwickelt. Und wenn wir schon von besonderen Momenten dieses Abends sprechen, gebührt einem Instrument ganz besondere Aufmerksamkeit: der Kuhglocke. Ja, richtig gelesen. Leoniden schaffen es in ihrer herrlichen Art sogar, dieses verstaubte Instrument wieder salonfähig und zu einem Wiedererkennungselement ihrer euphorischen Musik zu machen.

„Shut the lights and fill out all the space under the sky!“

Nach energiegeladenen 60 Minuten, die vor (berechtigtem) Selbstbewusstsein nur so überlaufen, stehen Band und Publikum glücklich-schwitzend mitten im Herzen Wuppertals und strahlen um die Wette. Leoniden können sich schamlos in die Liste der besten Livebands dieses Jahrzehnts zählen. Unvergleichbar ist ihre Musik, unvergleichbar ihr Charakter, der auf die Stimmung der Fans abfärbt. Dies ist erst der Beginn einer großen, großartigen Karriere von fünf Schulfreunden aus dem Norden.



LEONIDEN live
„Kids Will Unite“ Tour 2018
Präsentiert von: DIFFUS, Noisey, Spotify und taz

01.11.2018 Bremen, Tower
02.11.2018 Göttingen, Musa
03.11.2018 Münster, Gleis 22
07.11.2018 Hamburg, Knust
08.11.2018 Berlin, Lido
09.11.2018 Leipzig, Naumanns
10.11.2018 Chemnitz, Atomino
12.11.2018 Wien (AT), B72
14.11.2018 Graz (AT), Forum Stadtpark
15.11.2018 Salzburg (AT), Rockhouse
16.11.2018 Linz (AT), Posthof
21.11.2018 Zürich (CH), Exil
22.11.2018 Bern (CH), Rössli
23.11.2018 Basel (CH), Sommercasino
24.11.2018 Freiburg, ArTik
25.11.2018 Heidelberg, Halle 02 Club
27.11.2018 Stuttgart, ClubCann
28.11.2018 Luxemburg (LU), Rotondes
29.11.2018 Wiesbaden, Schlachthof
04.12.2018 Aachen, Musikbunker
05.12.2018 Köln, Gebäude 9
06.12.2018 Oberhausen, Druckluft
07.12.2018 Hannover, Musikzentrum
08.12.2018 Rostock, Peter Weiss Haus
14.12.2018 Kiel, Pumpe


Autorin & Photocredit: Anna Fliege

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