Seit seinem Sieg bei X-Factor, ist im Leben von David Pfeffer einiges passiert. So viel, dass das neue Werk eine Zusammenfassung von Erlebnissen ist. So viel, dass es genug Themen für ein komplettes Album waren. Aber noch lange nicht genug, um alles auszuerzählen. Life in Pieces ist ein Zwischenstop auf einer langen Reise.


Ein Artikel von Dominik Huttner – Schon damals war ich großer Fan von Davids Musik und habe mich umso mehr gefreut, als in der Entscheidung um den Titel sein Name gefallen ist. Knapp 8 Jahre ist dieser Moment nun her. Der Sieg ist nebensächlich und die Musik umso wichtiger geworden. David hat Fuß gefasst, sein eigenes Label gegründet und sich von den „Ketten“ der Majorverträge gelöst, die zwar Erfolg mit sich brachten, jedoch ebenso ihren Preis forderten.

Für die internationale Karriere hat es trotz X-Factor leider nicht gereicht, dennoch macht der ehemalige Polizist immer noch erfolgreiche Popmusik und jagt heute allerhöchstens der nächsten Songidee hinterher. Seit Mitte April ist nun auch sein viertes Album „Life in Pieces“ erhältlich, welches sich mit ‚Uplifting-Pop‘ präsentiert und damit zwischen Musikern wie Tim Kamrad oder Michael Schulte einordnet.

Es sei eine Art Tagebuch, welches die verschiedenen Kapitel im Leben beleuchtet. So beschreibt David Pfeffer seinen vierten Langspieler. Sicherlich nicht ganz unpassend, weiß der Selfmade-Musiker wohl am allerbesten wie es ist, mitten im Leben noch einmal bei Null anzufangen und sich um 180 Grad zu wenden. Wünschen wir uns nicht alle manchmal die Gelegenheit beim Schopf packen zu können und alles auf eine Karte zu setzen?

Life in Pieces ist eine Offenbarung. Es geht es um Zwischenmenschlichkeit. Um Beziehungen. Ums Scheitern. Ums Weitermachen und nicht aufgeben. Darum Stellung zu beziehen, sich zu positionieren und Haltung zu beweisen. Musik die den Spiegel vorhält, reflektiert, aber nicht ermahnt.

So besticht das Album mit wirklich ausgefeilten Passagen, mit Ideenreichtum und Struktur, hält unterm Strich jedoch keine allzu große „Überraschung“ bereit. Vielleicht ist das aber auch gut so, ist der Mensch doch ein Gewohnheitstier. Denn auch mit dem neuesten Release wiegt sich Pfeffer in Sicherheit und konzentriert sich auf seine Stärken. Das Singer-Songwriter Gerüst kleidet sich dieses Mal stärker, aber nicht vollends in urbane Gewänder. Und schon mit den ersten drei Songs (Easy., Dance., Wait.) wird klar wohin die Reise gehen soll.

Gelungen reiht sich Beat an Beat, die Titel wirken ausbalanciert und rund. David Pfeffer erfindet das Genre mit seiner vierten Platte sicherlich nicht neu, schafft dennoch ein wenig Abwechslung im großen Pop-Dschungel. So bekommen wir immer wieder neue Facetten aufgezeigt, die zwar vorhersehbar sind, dafür aber so präzise ausgearbeitet, dass man sich gerne mitziehen lässt.

Ein Album, um den eigenen Weg zu hinterfragen und sich Gedanken um die wichtigen Dinge zu machen.


Autor: Dominik Huttner Foto: Thomas Boecker