Nachdenklich & tanzbar – eine Kombi, die uns nicht allzu häufig unterkommt. Dabei ist es eine Mischung, die erlaubt, die Musik in jeder Stimmungslage zu hören und sie dementsprechend wahrzunehmen. Mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum haben Demons of Ruby Mae, ein Duo aus dem britischen Leicester, jetzt einen ganzen Longplayer mit genau dieser Art von Songs veröffentlicht.


Ein Artikel von Anna Fliege – „Demons of Ruby Mae“ beginnt mit einem düsteren, schweren Intro. Die Gitarre surrt im Tanz mit dem Piano. Wohin die Reise dieses Albums gehen wird, lässt sich erahnen. Mit dem darauffolgenden ersten richtigen Song „To Be Adored“ zersplittern diese Ahnungen in tausend Kleinteile. Plötzlich ist da ein elektronischer Beat, ein Rhythmus, der zur Bewegung auffordert – fast schon poppig.

Dieser erste Höhenflug wird von Track zu Track tiefer, düsterer, kommt wieder in der Stimmung an, die das Intro heraufbeschworen hatte. Und doch bleibt es tanzbar. Ein in sich gekehrtes Tanzen, diese Art, bei der man die Augen schließt und den Raum und alles darin Befindliche für die Länge eines Songs völlig vergisst. Nur der Beat und ich.

Jonny Gavin und Adam Rowley, die beiden Gesichter hinter Demons of Ruby Mae, haben mit ihrem Debütalbum ein dreidimensionales Werk geschaffen, das akzentuiert die Stärken der Engländer hervorhebt. Die Affinität für elektronische Beats, die Schwere des Klaviers, die starke Stimme (die mich schon beim ersten Hören stark Dan Reynolds von Imagine Dragons erinnerte, ohne, dass die beiden Bands musikalisch miteinander vergleichbar wären).

Besonders zur aktuellen Jahreszeit passt das Erstlingswerk der Band ganz besonders gut.



Autorin: Anna Fliege / Photocredit: Long Branch Records