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Denai Moore & „Modern Dread“: Genrelose Identifikationshymnen

Denai Moore & „Modern Dread“: Genrelose Identifikationshymnen

Reflektierte Texte treffen auf waghalsige Soundgebilde, welche man voller Freude auf „Modern Dread“ erkunden darf. Denai Moore setzt sich auf ihrem dritten Album ein Twentysomething-Momentum und mir die Frage in den Kopf, warum die Künstlerin nicht viel mehr Aufmerksamkeit bekommt.


Ein Artikel von Anna Fliege – Keine Lust mehr auf ein „Fake Sorry„. Das Gefühl, sich „Too Close“ zu einer Person oder Situation hingezogen zu fühlen. Die Angst, zu schnell abgesägt zu werden („Don’t Close The Door„). Denai Moore spricht einem auf ihrem neuen Album „Modern Dread“ förmlich aus der Seele.

DIE KÜNSTLERIN

Denai Moore ist eine britisch-jamaikanische Sängerin, die 2015 ihr Debütalbum „Elsewhere“ in Zusammenarbeit mit Produzent Rodaidh McDonald (Sampha, The xx, King Krule, Savages) veröffentlichte und ihre Diskographie 2017 mit „We Used to Bloom“ erweiterte. Schon zu Beginn ihrer Karriere tauchte sie als Feature-Gästin auf Alben von Szenegrößen wie SBTRKT („Wonder Where We Land„, 2014) und Mura Masa („Someday Somewhere„, 2015) auf.

DER SOUND

Modern Dread“ ist ein äußerst fesselndes Mosaik verschiedenster Einflüsse. Denais warme Soulstimme hüllt sich in R&B- und Pop-Töne, die von überraschenden schillernden und wummernden Elektrobeats durchzogen und getragen werden. Track für Track enthüllen sich die intelligenten Kompositionen. Wer sich nach einem 0815-Sound sehnt, ist hier vollkommen falsch.

DIE THEMEN

Eine Reise zu sich selbst, ohne dabei den Blick in den Rückspiegel auf die Welt zu vergessen. „Modern Dread“ spielt zwischen der Auseinandersetzung mit den inneren Dämonen und jenen, die unsere Welt zu kontrollieren versuchen. Es macht Spaß, Moores persönlicher Weiterentwicklung zuzuhören und sich davon inspirieren zu lassen.

DER LIEBLINGSTRACK

Hier ist von Euphorie bis zum „ich möchte mich in Embrionalstellung ins Bett verkriechen“ für jede Stimmungs- und Lebenslage ein Song dabei. Und die sinnliche Hymne „Hail“ trifft da aktuell meine Emotionssituation: „Heads on fire /But I held the lighter and the fuel

DIE PERFEKTE ERGÄNZUNG FÜR…

Die Liste mit Künstler*innen, die man seinen Freund*innen wärmstens empfehlen möchte. Private Tanzsessions durch die Wohnung. Fans von Außnahmetalenten wie Sudane Archives, Moses Sumney und Celeste.

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DAS FAZIT

Nach Wachstumsschmerz auf ihrem Debüt und das konservierte Coming-Of-Age-Gefühl auf ihrer zweiten Platte, birgt das dritte Album „Modern Dread“ die Einsichten und Eingeständnisse der 27-Jährigen Denai Moore, mit welchen man sich nur allzu gut identifizieren kann. Musikalisch ein überaus erfrischendes, überraschendes Album.






Autorin: Anna Fliege / Photocredit: Nadira Amrani

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