Die vier sympathischen Bayern namens Blackout Problems sind eine Band deren Namen man sich spätestens jetzt besser merken sollte. Eigentlich sind sie schon seit 2013 in der deutschen Musikszene unterwegs, mit dem Feature mit Heisskalt auf ihrer EP „Gods“ (2014) haben sie sich einen Namen gemacht. Seitdem ist das Album „Holy“ im Jahr 2016 erschienen mit extensiven Touren und einer kleineren, intimen „Rats in the Gutter„-Tour Ende 2016. Zuletzt waren die Blackout Problems Support für Jennifer Rostock und tourten mit ihrer eigenen Intimate-Tour für 4 kleine Konzerte durch die deutschen Clubs.

Nun, nach 2 Jahren, veröffentlichen die Blackout Problems ihr neues Album „KAOS„, ein Album das von Trauer, Wut und auch Schmerz geprägt ist. Schon der erste Song “How Are You Doing”ist eine Hommage an den dahinplänkelden Small-Talk wenn man alte Bekannte wiedertrifft. In diesem Song geht es nicht um das Positive, nein, hier wird sich regelrecht ausgekotzt über alles was scheiße lief und was gerade nicht gut ist – ein intimer Song über Herzschmerz, der vom Text als auch vom Sound her ein kraftvoller Start in das Album ist.

KAOS“ mag sich im ersten Augenblick nicht so drastisch vom Vorgänger „Holy“ unterscheiden, dennoch: je mehr man hinhört, desto mehr Unterschiede fallen einem auf, und das ist ja auch gut so. Hier mehr Drums, da mal anderen Gitarren-Riffs ausprobiert – das neue Album unterstreicht und greift die unterschiedlichen und zum Teil sehr unterschiedlichen Einflüsse von Mario, Moritz, Michael und Marcus auf.

Gerade Songs wie “Difference” und “Queen” unterscheiden sich doch sehr stark vom Rest des Albums. Während der erstere ein flotter Song ist der einem nicht so schnell aus dem Kopf geht und schon als fast der poppigste Song des Albums wirkt, zeigt “Queen” die härtere Seite der Blackout Problems wie man es seit “How Should I Know“ nicht mehr gesehen hat.

Die neuen Ansätze beim Songwriting und den Aufnahmen, mehr am Computer geschrieben anstatt alles in Live-Formation aufzunehmen, scheinen durch die einzelnen Songs durch und geben „KAOS“ eine ausgereiftere und durchdachtere Nuance als „Holy“ sie hatte – die Blackout Problems haben sich nie besser angehört als jetzt. Allerdings scheinen auch hier und da Sachen aus dem Vorgänger-Album durch, Text-Referenzen wie “We’ve met the rats down here before” oder die typischen Gitarren Sounds der Holy Songs innerhalb von Songs aus „KAOS„. In dem Sinne ist „KAOS“ das wohl persönlichste Album von den Blackout Problems – es erzählt eine Geschichte in der Zeit vor und nach Holy, es war und bleibt manchmal halt chaotisch, manches geht schief aber irgendwie läuft das Ding schon. Intime Einblicke wie in “Holly” oder “How Are You Doing” werden uns zum ersten Mal wirklich gewährt.

KAOS„ist ein Album das im Gegensatz zu seinem Vorgänger wütender klingt, zugleich trauriger aber auch befreiter. So singt Mario in “Gutter Friends”: “I get bored of limits and rules and I break them like borders when I cross them, I don’t see the problem” – ein Statement das zu „KAOS“ perfekt passt. Generell vereint “Gutter Friends” das neue Album mit seinem Vorgänger – hier kommen wieder die typischen Gitarrensounds aus „Holy“ vor während über eine gerade zu “Fuck it all”-Attitüde gesungen wird und betont wird, dass es das richtige ist.

Viel mehr bleibt zu „KAOS“ nicht zu sagen – es ist ein Album, das die Blackout Problems wohl am meisten verkörpert Mit ihren Songs zeigen die Jungs neue Seiten von sich, bringen einen komplett wilden Mix an Einflüssen in ihren Songs ein und schaffen es dabei alles so verdammt einig klingen zu lassen. Und gerade das macht das neue Album zu einem einzigartigen Rock Indie Album wie man es schon lange nicht mehr vorgesetzt bekommen hat und gerade deswegen ist „KAOS“ das Album das die Band wohl von ihrer bisher besten Seite zeigt.



BLACKOUT PROBLEMS live
13.06.2018: Görlitz – Vogtshof Festival
21.06.2018: Neuhausen ob Eck – Southside Festival
23.06.2018: Scheeßel – Hurricane Festival
07.07.2018: Schwann – Happiness Festival
13.07.2018: Odensachsen – Haune Rock
14.07.2018: Witten – Wiesenfest
19. – 22.07.18: Cuxhaven – Deichbrand Festival
20.07.2018: Düsseldorf – Gold Mucke: im Vier Linden
27.07.2018: Bausendorf – Riez Open Air
28.07.2018: Schrobenhausen – Noisenhausen Festival
03.08.2018: Elend – Rocken am Brocken
04.08.2018: Borkheide – Baum und Borke Festival
08.09.2018: München – BR Startrampe live Festival
08. – 12.08.18: Eschwege – Open Flair Festival
17. – 19.08.18: Karben – Karben Open Air
24. – 25.08.2018: Wirges – Spack Festival

KAOS TOUR 2018
01.11.18: xx –xx
03.11.18: xx –xx
05.11.18: xx –xx
06.11.18: xx –xx
07.11.18: xx –xx
09.11.18: xx –xx
10.11.18: Hannover–Chez Heinz
12.11.18: xx –xx
13.11.18: xx –xx
14.11.18: Leipzig – Naumanns
22.11.18: Dresden – Groove Station
23.11.18: Rostock – Peter Weiss Haus
24.11.18 Osnabrück – Bastard Club
26.11.18: Dortmund – FZW
27.11.18: xx – xx
01.12.18: München – Technikum


Autorin: Carolin Czarnecki / Photocredit: Uncle M