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Dermot Kennedy & „Lost In The Soft Light EP“: Überwältigend wie eh und je

Dermot Kennedy & „Lost In The Soft Light EP“: Überwältigend wie eh und je

Mit seinem Debütalbum „Without Fear“ erreichte Dermot Kennedy in seiner Heimat Irland sowie in UK die Spitze der Albumcharts, seine Touren verkaufen sich innerhalb kürzester Zeit aus, die Nachfrage nach dem 28-Jährigen mit der Wahnsinnsstimme bricht nicht ab. Doch nun ist auch er von den weltweiten Konzertabsagen betroffen, veröffentlicht als kleinen Trost die „Lost In The Soft Light EP“. 


Ein Artikel von Anna Fliege – Als ich Ende November letzten Jahres zum Kölner Konzert im Palladium ging, ließ mich Dermot Kennedy sprachlos zurück. Ich schrieb damals: „Und würde seine Stimme nicht an der ein oder anderen Stelle mal kurz ausbrechen, so könnte man fast vermuten, es handle sich um ein Playback-Konzert. Nicht, weil Kennedy nicht performen kann – nein, weil seine Stimme live mindestens genauso überwältigend und kraftvoll ist, wie wir es seit Monaten von Studioversionen kennen.



Überwältigend. Das ist ein ziemlich passendes Wort, wenn man von der Musik des Iren spricht. Seine neue EP „Lost In The Soft Light“ ist da keine Ausnahme. Drei Liveversionen, seine Stimme im Mittelpunkt, zwei davon sanft begleitet von Streichern und einem Klavier, nicht mehr, nicht weniger.

Das minimalistische Set-Up untermalt das brillante Talent, validiert den konstanten Hype um Kennedy. Drei Songs hat er ausgewählt und neu interpretiert: „All My Friends„, „Outnumbered“ und „The Corner„.

Ein gutes Gleichgewicht zwischen erfolgreicher Single („Outnumbered„) und zweier Albumtracks. „The Corner“ als Stilbruch mit Gitarre und einem kleinen Frauenchor, der der Gänsehaut freien Lauf lässt.



Ein äußerst kurzes Vergnügen, gerade einmal 11 Minuten, aber ein wunderschönes. Womit man zurückbleibt, sind Gänsehaut und das Verlangen nach mehr. Die Hoffnung, dass es einen weiteren Teil der Sessions geben wird. Mit seinen Lieblingssongs vom Album.

An Evening You Will Not Forget„, bei dem die Beats verschwinden und die angedeuteten Streicher in den Vordergrund rücken, den Song noch ein bisschen dramatischer machen, als er eh schon ist. Der Singleauskopplung „Lost“ und „Rome“ mit dem Potential, ein weiteres Mal den Chor einzusetzen. Oder „Without Fear„, dem titelgebenden Track seines Debütalbums, auf dem das Orchestrale bereits seinen großen Auftritt hatte.

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Wer sich nach einer solchen Version von Dermot Kennedys Durchbruchs-Hit sehnt, kann beruhigt werden. Denn bereits im Januar erschien eine Orchester-Version von „Power Over Me„, die auf allen gängigen Streamingplattformen hörbar ist.

Lost In The Soft Light“ ist ein Wohlfühl-Trostpflaster in einer so trostlosen Zeit.



Autorin: Anna Fliege / Photocredit: Lucy Foster

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