US-Rap made in Germany. DiscoCtrl wuchs in Berlin und Texas auf, war lange Teil der ImageCtrl-Crew und veröffentlicht nach einigen Jahren musikalischer Funkstille sein Debütalbum „Midnight„.

Doch statt über übermäßigen Hustensaft-Konsum, die Illussion von Reichtum, dicken Autos und nackten Frauen zu rappen, wird es bei DiscoCtrl lieber kritisch, persönlich, dystopisch. Realist statt Poser.

Die frühen Jahre in Berlin, der Umzug in die Staaten, Schlafstörungen, durchmachte Nächte, die Rückkehr in die Hauptstadt, der Cultureclash der Heimaten, die gesellschaftlichen Probleme vor der eigenen Tür – all das steckt in „Midnight“ an allen Ecken, das Konzept der Nacht allgegenwärtig.

All das verpackt in düstere Beats, die sich mit DiscoCtrls dunkler Stimme und seinem Südstaatenakzent verschmelzen. Heraus kommen 15 Tracks (davon 3 instrumentale Snippets), die das Talent des Rappers unter Beweis stellen. Eine Runde Sache, wie DiscoCtrl über die teils selbstproduzierten Songs flowt.

Sich für einen favorisierten Song zu entscheiden, fällt da gar nicht so leicht. Bei „Ways“ treffen beeindruckende Technik und Ohrwurmcharakter aufeinander, die Single-Auskopplung „They Know“ verpackt Gesellschaftskritik in geile Beats. Und dann wäre da noch der melodische Closer-Song „All Talk„, den man nach Ende der knapp 3 Minuten direkt noch einmal hören möchte.

Midnight“ zieht den Hörer in eine Parallelwelt, von dessen Realität wir uns nicht all zu weit aufhalten. Zudem legt es schonungslos die talentierte Rapkunst der Berliners offen. DiscoCtrl sollten sich Hip-Hop-Fans schleunigst auf den Zettel schreiben und in die nächste Playlist packen.



DISCOCTRL live

14.07.18: Rathenow –  Laut & Bunt
26.07.-29.07.18: Hohenlokstedt – Habitat
03.08.-04.08.18: Tossens – Andy ist auf einem Tennisturnier
16.08.18: München – Theatron
24.08.-25.08.18: Lehrte – Zytanien Open Air
25.08.18: Neuruppin – 25tes Jubiläum Verein Mittendrin


Autorin: Anna Fliege / Photocredit: BENZI