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DISSY & Mine besingen Bipolarität auf „freak“

DISSY & Mine besingen Bipolarität auf „freak“

Anders sein, ein wahnwitziger Freak. Einer, der sich freiwillig den Ruf zerstört, statt Idolen nachzueifern und sich dem Spießeralltag anzupassen. Rapper DISSY, Spezialist für verklausuliert-verspielte Schwermut, und Mine, singendes Sinnbild freigeistigen Deutschpops, sind diese Hirngespinste bekannt.

Irgendwie wissen sie selbst nicht so richtig, ob sie Freaks oder Normalos sind. Vertraut man allerdings auf den Intro-Track von DISSYs neuer EP „bugtape side b“ (VÖ: 05.02.), kann man zumindest davon ausgehen, dass er es gewohnt ist, aus der Reihe zu fallen. Und, dass er ein Mensch voller Makel ist, ein Mensch voller Asynchronität, für den sowohl Hollywood als auch Straßengraben erreichbarer scheinen als das Vorstadt-Reihenhaus.

Spiel zwischen Harmonie und Chaos

„freak“ spiegelt – textlich und musikalisch – Bipolarität, ist gezeichnet von gnadenlosen Brüchen zwischen harten Drums und seicht anmutendem Sing-Sang im von DISSY selbst produzierten Klanggerüst. Allgemein liebt DISSY das Spiel zwischen Harmonie und Chaos. Irgendwo zwischen Offenherzig- und Empfindungslosigkeit, ist der von Erfurt nach Berlin immigrierte Rapper das ehrliche Spiegelbild einer missverstandenen, orientierungslosen Generation.

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Seit sein Kurzfilm „Fynn“ auf Festivals in Indien, Korea und den USA lief, ist DISSY auch in der Film-Szene etabliert. Nach Musikvideos für Clueso, Veysel und Megaloh und Touren mit Maeckes, Chefket und Mine erscheint Anfang Februar nun den Nachfolger zum „bugtape side a“ (Januar 2020). Darauf singt DISSY, mal glaubhaft sensibel und selbstreferenziell, mal brettert er in skrupellos-schnellen Pattern zermürbende Endzeit-Fantasien auf ruppige Beats. Zuvor erschienen bereits die Singles/Videos „lauf!“ (feat. Luvre47), „angst“ und „september„.

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