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Dizzy & „The Sun And Her Scorch“: Ich brech‘ mir mein Herz selbst

Dizzy & „The Sun And Her Scorch“: Ich brech‘ mir mein Herz selbst

Mit dem Finger auf andere zeigen ist einfach, wenn es um Herzschmerz geht. Aber sich eingestehen, dass man manchmal selbst der/die Übeltäter*in ist, umso schwerer. Mit „The Sun And Her Scorch“ erkunden Dizzy dieses Alltagsphänomen ganz genau.

DIE BAND

Mit „Baby Teeth“ veröffentlichten Dizzy vor zwei Jahren ihr Debütalbum und gewannen damit den renomierten kanadischen Juno Award für’s Alternative Album of the Year. Bestehend aus Sängerin Katie Munshaw und den drei Brüdern Alex, Charlie und Mackenzie Spencer, wurden Dizzy vor allem durch große Liebeskummerhymnen einen Namen. Sie tourten in den vergangen Jahren mit Bands wie Oh Wonder und Death Cab For Cutie um die Welt.

DER SOUND

Dizzy bleiben dem verträumten Indie-Pop treu, legen dabei aber eine gewaltige Weiterentwicklung hin. Die neuen Songs klingen größer und stärker, noch emotionaler. Katie verrät mir in unserem Interview (Im Wortwechsel mit DIZZY), dass Dizzy beim Produzieren „mehr darüber nachgedacht haben, wie die Songs live klingen“Mit „The Sun And Her Scorch“ treten Dizzy aus ihrer Comfort Zone heraus und verleihen dem Album mit kleinen Spielereien die nötige Portion Neugier. Hin und wieder trifft man auf unerwartete Samples und Effekte, besonders der Track „Lefty“ lebt davon.

DIE THEMEN

Wenn mir nicht auf romantische Weise das Herz gebrochen wird, wie dann?“ fragte sich Katie, als sie die 11 Songs für das Album schrieb. Und kam schließlich zu der Erkenntnis, dass oft sie selbst diejenige ist, die für ihre Gefühle verantwortlich ist. „The Sun And Her Scorch“ ist eine wundervoll schöne und doch schmerzliche Reise zu sich selbst, ein Tauchgang in die Tiefen des eigenen Herzens. Die Versöhnung mit der Tatsache, dass schlechte Laune ganz natürlich ist und nicht von einer oberflächlichen Glückseeligkeit verdeckt werden muss.

DER LIEBLINGSTRACK

Normalerweise tendiere ich bei solchen Alben nur zu gern zu den fröhlicheren Tracks, doch das melancholische „Primrose Hill“ gewinnt diesmal. Die schwere und doch in sich dynamische Ballade erzählt von Reue und unüberlegten Worten. Dazu diese Szenerie einer warmen Sommernacht mit Blick auf die Lichter der Londoner Skyline. „I hope I burn in Hell /  Take me to Primrose Hill / And spread my ashes out

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DIE PERFEKTE ERGÄNZUNG FÜR…

Die Band-Liste mit großartigen Frontfrauen. Generell für die Liste mit Bands, die man hören, lieben und sich keinesfalls entgehen lassen sollte. Verträumte Soundtracks („Beatrice„, „Ten“ und „Roman Candles„), aber auch Pop-Ohrwürmer-Playlisten („Magician„, „Sunflower“ und „Good And Right„).

DAS FAZIT

Ich war schon ein großer Fan von „Baby Teeth“ und freue mich, wie offensichtlich sich Dizzy mit „The Sun And Her Scorch“ weiterentwickelt haben. Mit ausgefeiltem Songwriting und einem riesigen Sound-Arsenal veröffentlicht die kanadische Band ein Feel-Good-Album mit dem Anstoß sehr Selbstreflexion.

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