Drangsal veröffentlicht heute das Musikvideo – beinahe ist man geneigt zu sagen: den Kurzfilm! – zu „Eine Geschichte / Und Du? Vol. II“. Schon in den frühesten Kritiken zu Zores, dem zweiten Streich des „neuen Zuchtmeisters deutscher Popmusik“, waren es wieder und wieder die oben genannten Zeilen, die sich bei den RezensentInnen besonders festgesetzt und dazu geführt hatten, den nunmehr vor allem auf Deutsch textenden Musiker in jubilierender Manier gänzlich neu zu betrachten.

Dass der reizbare Junge aus Herxheim, Geburtsstadt von Sandbahn-Legende Gerd Riss, so sanft zu singen, so zärtlich zu dichten vermag, überstieg offenbar die Erwartungen. Dabei hatte man ja gar nicht erst zwischen den Zeilen zu suchen brauchen, um die stete Betonung des Sängers in Interviews darauf zu erkennen, dass er mit krawalligem 80s-Wave-Rock nicht mehr oder weniger am Hut hätte als mit den musikalischen Pretiosen eines Paddy McAloon.

„Wo man mich vermutet steh ich schon lange nicht mehr“

Dieser Liebe zum Pop verleiht „Und Du? Vol. II“ in atemberaubender Perfektion Ausdruck. Max Gruber – schöner war er nie. Doch Drangsal wäre natürlich nicht Drangsal, würde nicht das dazugehörige Video von Regisseur MAX WIEDENHOFER, produziert von BigFish Filmproduktion, mit einem gewissen
Kontrastprogramm aufwarten. #NSFW, Kids – ihr wisst Bescheid.

Achja, LARS EIDINGER. Den Schauspieler lernte Gruber bei einem TV-Dreh kennen. Und der war offenbar angetan: „Max hat eine spannende Persönlichkeit, ich schätze seine Musik und seine Wandlungsfähigkeit. Vielleicht ist Musik dann doch der Ort, der besser ist, als die Welt.“ Im Video
freilich scheint es weder mit der Güte der Welt noch der gegenseitigen Zuneigung weit her. Wie sonst ist zu erklären, dass… nun.

Und DANIEL RICHTER? Steuerte nicht nur seine Anwesenheit vor der Kamera, sondern gar ein eigenes Gemälde bei. Die Entstehung ist festgehalten im, Achtung, PROLOG zum Video. Wo so viel geballtes Talent auf Kinderchöre, Blut und Psychosen, auf Größenwahn, Liebreiz und die FSK trifft, kann selbstredend nur ein kleines Meisterwerk entstehen.

Bis auf das Tragen von Jockstrap und Strapsen — auf das ich bestand — habe ich für diesen Schmuddelfilm keine einzige Idee selber eingebracht.“ – Drangsal



DRANGSAL live

15.11.2018: Hannover – Cafe Glocksee
16.11.2018: Berlin – SO36
17.11.2018: Hamburg – Uebel & Gefährlich
29.11.2018: Leipzig – UT Connewitz
30.11.2018: Mannheim – Alte Feuerwache
01.12.2018: Köln – Gloria
02.12.2018: Bochum – Bahnhof Langendreer
09.03.2019: Berlin – SO36 Zusatzkonzert


Presse & Photocredit: Caroline International