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Düstere Indie-Platte: The Boys You Know & „Two Lines That Never Touch“

Düstere Indie-Platte: The Boys You Know & „Two Lines That Never Touch“

Die österreichische Band The Boys You Know melden sich mit einem neuem Album zurück. Nach dem letzten veröffentlichtem Album Elephant Terrible (2016) war es etwas stiller um die Band geworden, 2018 verlässt Max Hauer die Band und so rückte Dominik Mayr auf seinen Platz als Keyboarder nach.

The Boys You Know sind bekannt für ihren 90er Rock-Sound und erzielten mit ihrem Album aus 2016 ihre erste Chartplatzierung in Österreich. Hier in Deutschland machten sie sich schon früher einen Namen mit dem damaligen Album Purple Lips (2014). Zuletzt waren die Jungs 2017 auf Tour mit Dinosaur Jr. und den Pixies, das kann sich mal sehen lassen.


Two Lines That Never Touch heißt das neue Werk von The Boys You Know und sagen wir es mal so: die Band hat diesmal was besonderes raugehauen. Wer die Jungs schon was länger verfolgt, der weiß, dass die Band eher als 90er Rock Combo bekannt ist und so scheint der Stil auch noch mit dem ersten Song “Already Dead” anzuhalten. Ein fast fröhlicher Sound, der stark an die vorherigen Songs der Jungs erinnert hier jedoch mit der Begleitung eines eher düsteren Textes. So heißt es unter anderem “I’m not scared of going, I’m not scared of going fast”.

Und je länger man sich mit dem Album beschäftigt, umso mehr wird man sich einer Tatsache sicher: Two Lines That Never Touch ist eine wunderbare Indie-Platte geworden, die einen tiefen Einblick in die Psyche der Band gewährt. Düstere Themen wie Depression, Tod oder halt wie es jeder kennt: unerwiderte Liebe z.B. “Another Year”. Um diesen etwas neueren Stil zu unterstreichen werden hier und da mal Trompeten eingesetzt, die an die Songs von Beirut und Bon Iver erinnern lassen, mal ist ein Klavier zu hören und auch Platz für einen Chor lassen die Jungs von The Boys You Know offen. Es ist halt weniger Gitarrenlärm, insgesamt ist das Album etwas ruhiger, aber es klingt durch die ganzen Erweiterungen umso vollendeter.

Gerade Songs wie “You and Your Arcade Fire” überzeugen unglaublich, weil es mal was anderes ist. So wie beim Song “Avery” der eine wunderbare Mischung aus flotterem Garagen-Rock ist und trotzdem zum Teil auch sehr stark an Rooney’s “When Did Your Heart Go Missing” erinnert. Durch die Einsätze der Trompete und der schwärmerischen Gitarrenriffs bekommt der Song ein wunderschönes Sommerfeeling und hat durchaus Potential zu einem Liebling zu werden.

Doch das absolute Highlight des Album ist “Santi Marti”, ein wunderbar geschriebener Song der gerade durch die Trompeten und dem Feature von PAENDA sein volles Potential entwickelt und dadurch auch noch nach längerer Zeit trotzdem im Kopf hängen bleibt. Der Aufbau des Songs ist gerade zu genial und wie sich die Spannung aufbaut – da haben The Boys You Know einen absoluten Knaller geliefert.

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Ruhig endet das Album mit dem Song “Barcelona”, eine Akustiknummer die live in Wien aufgenommen worden ist. Ein ruhiges Finale für ein Album das durch seine Vielschichtigkeit besticht und sich auch mal was auf anderes einlässt. Two Lines That Never Touch ist eine absolut wunderbare Indie-Platte geworden die in keiner Weise nichts und niemanden nachsteht.



Autorin: Carolin Czarnecki Foto: Fritz Lichtenwagner

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