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„Easily“ hat das deutsch-niederländische Riot-Grrrl-Garage-Punk Trio Get Jealous die neue EP „Worried“ veröffentlicht

„Easily“ hat das deutsch-niederländische Riot-Grrrl-Garage-Punk Trio Get Jealous die neue EP „Worried“ veröffentlicht

Nach ihrer 2020er Debüt-EP „Easily“ hat das deutsch-niederländische Riot-Grrrl-Garage-Punk Trio Get Jealous am Freitag die neue EP „Worried“ veröffentlicht.

Die formschöne LP dazu entstand soweit wie möglich in Eigenregie, den Prozess teilen sie auf ihrem Instagram-Account: https://www.instagram.com/getjealousband/

„Worried“ ist wütender als seine Vorgängerin. Frontbitch Lotta kämpft dabei gegen ausgelebte Machtverhältnisse in Beziehungen („Working Title“) oder singt über die Zweifel im Zusammenhang mit ihrer Genderidentität („Boy Like You“).

Get Jealous sind Good Cop & Bad Cop zugleich. Ihre Attitüde ist Sleaford Mods, die Lyrics sind Cher, ihre Genrezugehörigkeit variabel. Pop-Punk-Riot-Grrrl oder sowas um den Dreh.

Im Idyll des niederländischen Enschede begann das Trio damit Garage-Punk mit Riot-Grrrl-Einflüssen zu mischen, der jeden noch so vehementen Punk-Glaubensverweigerer zum hörigen Jünger ihrer lautstarken Predigt macht.

Im waghalsigen Spagat zwischen prägnanten Punktunes und catchy Popmelodien sinniert Frontbitch Lotta, begleitet von Wannabe-Skater Marike und Drummer Marek, auf skurril-poetische Art über ihr inneres Gefühlschaos, alltägliche Sozialkonfrontation und emotionsgeladene Beziehungsgeflechte. Pöbelromantik pur!

So ist übrigens auch der Bandname als positive Neudeutung der – oft zu Unrecht – negativ konnotierten Eifersucht zu verstehen. Weil letztendlich Eifersucht ja schlichtweg ein Implikator dafür ist, dass ein Mensch einen gewissen Stellenwert im Leben eines anderen einnimmt.

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Das ehrliche Herrengedeck mit gelegentlich aufblitzenden Cocktailschirmchen überzeugt vor allem in schweißgebadeten Konzertschuppen, vor aufgeheiztem Publikum – Räumlichkeiten die Lotta auch immer mal gern wieder nutzt, um in frontaler Barrikadenhaltung von der nächstbesten Bar herunter der Meute mit ihren kraftvollen Shouts weiter aufzupeitschen. So auch schon geschehen unter anderem beim ESNS 2020 oder bei Gigs mit Leoniden, Pip Blom und Hi! Spencer.

Den Umstand, dass der Live-Apparat aktuell ja leider Pause hat, wissen Get Jealous gekonnt für sich zu nutzen und lassen sämtliche Power, die sie sonst live verschwitz hätten, in ihre neuen Tracks fließen. Rausgekommen ist dabei mit „Worried“ ein fulminantes Crescendo, das es über Genrerestriktionen hinaus maximal krachen lässt!

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