Mit „Mar De Colores“ bringt uns Alvaro Soler pünktlich zum Herbstbeginn ein Stückchen Sommer zurück und entstaubt spanische Popmusik.

Auf einmal war er da: Álvaro Tauchert Soler seines Zeichens deutsch-spanischer Popsänger. 2015 beginnt sein Angriff auf die deutschen Charts. Mit El Mismo Sol, schafft er den Sprung bis in die Top 20. Dann folgt zumindest in der Zeitrechnung eine einjährige Pause.

Ziemlich genau ein Jahr später der nächste Knaller: „Sofia“ leitet im April 2016 die ersten Sommer-Vibes ein und macht spanische Popmusik wieder Salonfähig. Seit Shakira war diese nämlich eher durch belustigende Titel, als durch ernstzunehmende Stücke aufgefallen.

Und so beginnt der steile Aufstieg von Álvaro Soler. Mit seinen frischen, überwiegend schnellen Hits, schafft er eine Wohlfühlatmosphäre. Ein Stück Urlaub für unterwegs. Das Gefühl von Ferne verteilt auf 3:30 Minuten.

Dass mit „Mar De Colores“ nun sein zweites Album veröffentlicht wurde, ist die logische Konsequenz des anhaltenden Erfolgs. Álvaro Soler ist international erfolgreich und hat alleine auf Facebook Dutzende Fan-Seiten aus der ganzen Welt.

Hinter einem Nachfolger zum Debüt sollte im Idealfall immer ein Ausrufezeichen stehen. So ist es auch bei Soler. Mar De Colores verliert nichts von seinem Drive. Mit La Cintura bekamen wir mitunter sogar einen der erfolgreicheren Sommerhits 2018 präsentiert.

Insgesamt ist Alvaros neues Werk frisch, mitreißend und unterhaltsam. Spanische Musik kann zwei Zustände erzeugen: abweisendes oder zustimmendes Kopfschütteln. In diesem Fall ist es definitiv zweites.

Es bedarf nicht vieler Worte um klarzustellen, dass es simple, aber qualitativ hochwertige Popmusik ist. Man erwischt sich beim laienhaften mitsingen der Lyrics, von denen man im Idealfall einzelne Vokalen versteht, aber es ist ganz egal, weil’s Spaß macht.

Und eben diese Gefühl der Unbeschwertheit hinterlässt auch der Titelgebende Track „Puebla“. >Con un mar de colores yo te quiero pintar< heißt es in einer der Zeilen, was so viel bedeutet wie „Mit einem Meer von Farben möchte ich dich malen“. Es ist keine schwere Kost die unentwegt verfolgt werden muss, um sie zu verstehen. Es ist subtile Unterhaltung und ein positives Lebensgefühl.

2018 ist ein gutes Jahr für spanische Popmusik und ein gutes Jahr für ein Album wie Mar De Colores. Ein Blick in die Singlecharts genüg um zu erkennen, dass seit Despacito alle auf der Welle des Erfolgs mitschwimmen. Alvaro Soler hat dabei jedoch einen entscheidenen Vorteil: Er ist authentisch.



Autor: Dominik Huttner Foto: Ben Wolf