Houston, wir haben ein Problem: wir wollen beim Kosmonaut Festival viel zu viele Bands sehen!  Nachdem das splash! Festival 2006 nach Ferropolis zog, war es viele Jahre ruhig am Stausee Rabenstein in Chemnitz – bis Kraftklub davon die Schnauze voll hatten. Die Karl-Marx-Stadt-Jungs wollten ihrer Heimatstadt das Festivalfeeling zurückgeben und schafften es 2013 mit der Gründung ihres Kosmonaut Festivals erfolgreich. Aus einem Tag wurden schnell zwei, hinzu kamen Campingmöglichkeiten und ein buntes, einzigartiges Rahmenprogramm. 2018 dreht das Kosmonaut Festival am 29. & 30.Juni bereits in seine 6. Runde.

Kein Festival für Niemand? So ein Quatsch. Initiatoren und Gastgeber Kraftklub lassen es sich natürlich nicht nehmen, mit ihrem neusten Album „Keine Nacht für Niemand“ den freien Headliner-Slot zu belegen. Wer die fünf schon live erlebt hat, weiß wie unbesorgt man sein darf, dass uns ein grandioser, legendärer Abend bevorsteht.

Einer der spannendsten Namen im Line-Up: Der geheime Headliner. Das ist keine witzige Dorf-Punkband, sondern wirklich noch ein ernstgemeintes Geheimnis. Im ersten Kosmonaut-Jahr waren es Kraftklub, ehm, ich meine natürlich Die Kosmonauten, höchstpersönlich. Es folgten illustre Namen wie Fettes Brot, Marteria, Die Fantastischen Vier und schließlich die Beginner im letzten Jahr. Wer es diesmal wird? Das weiß noch niemand. Gerätselt werden darf und muss natürlich trotzdem. Sowohl online, als auch vor Ort gab es bereits in den letzten Jahren das Wettbüro. An unserem Tipp werden wir euch bei Zeiten Teil haben lassen.

Die nächste Bandplakat-Zeile teilen sich zwei deutsche Bands, die unterschiedlicher nicht sein könnten, dessen Karriere nicht differenter hätte laufen können und die trotzdessen etwas gemeinsam haben: sie sind wirklich ganz wunderbar! Feine Sahne Fischfilet und Milky Chance werden uns ein breites Grinsen ins Gesicht zaubern – jeder auf seine eigene Art und Weise. Textsicher sind wir zumindest schonmal bei beiden Konzerten. Und ihr?

Rap wird beim Kosmonaut groß geschrieben. RAP. Spaß beiseite, dieses Genre ist (mal wieder) außerordentlich gut vertreten. RAF Camora zählt nicht zuletzt wegen seines Collabo-Album „Palmen aus Plastik“ mit 187-Genosse Bonez MC einer der erfolgreichsten Rapper der letzten Jahre. Doch auch allein brachte es der Schweizer sein letztes Album „Anthrazit“ mit Leichtigkeit an die Spitze der Albumcharts. Der Liebling der Rap-Virtuosen ist seit Herbst letzten Jahres Chemnitzer Eigengewächs TRETTMANN, der nach einem Stilwechsel die deutsche Hip Hop-Szene salopp gesagt fast revolutionierte. Wer sich bei der Anreise am Freitagmorgen umschaut, wird den „Grauen Beton“ mit eigenen Augen sehen können.

Die neue Generation Rap darf hier natürlich nicht zu kurz kommen. AutoTune an und los gehts! Künstler wie Yung Hurn und Ufo361 versetzen Generation Z aktuell mit ihrem Cloud-Mumble-Rap-Trap auch ohne die häufig thematisierten Drogen in Ektase. Mit „1220“ und „808“ haben sowohl der Wiener als auch der Berliner gerade erst auf ihre eigene Weise starke Alben veröffentlicht. Und wer zu Juicy Gay gehen möchte, wird bei BHZ und JACE zusätzlich seinen Spaß finden.

Die Namen Juse Ju, Goldroger und Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi hingegen werden sich in den Zeitplänen der Fans von Indie-Rap finden. Kandidat Nummer 1 wird besonders Fatoni-Freunden ein Bekannter sein, aber auch Einigen, die bei einem der letzten Antilopen Gang-Gig waren – auf seinem neuen Album „Shibuya Crossing“ finden sie alle irgendwie zusammen. Niemand verpackt in diesem Genre Gefühle so gekonnt wie Goldroger, „Perwoll“ und „Unter Nelken“ sind jetzt schon zeitlose Klassiker. Und während sich andere Hip Hop-Künstler in Rage mixen und pitchen, verzichten Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi einfach auf den ganzen Technikkram und untermalen die raffinierten Lines mit echten Instrumenten. Du sagst hi, ich sag‘ Wobwobwob.

Außerdem bestätigt: VSK, das „Verbale Style Kollektiv“, die mich ja irgendwie an diese eine Rapcrew aus Berlin erinnert, dessen Name mir spontan nicht einfallen möchte, ebenfalls irgendwas mit drei Großbuchstaben. Wem an dem Wochenende zwischendurch mal nach englischsprachigem Hip Hop ist, wird bei Ho99o9 und BLVTH (der an der Produktion des letzten Casper-Albums beteiligt war) gut aufgehoben sein.

Bereit für die geballte Ladung Newcomer? Wir hätten SIND, die sich mit ihrem Debütalbum „Irgendwas mit Liebe“ gerade erst in die Herzen der Redaktion musiziert haben. Yukno aus der Steiermark und die schwäbischen Rikas verschönern momentan ebenfalls die nationale Musikszene. Und wer von florierenden Newcomern spricht, muss auch Ilgen-Nur und Sam Vance-Law erwähnen. Alle fünf Gigs stehen fest auf der Mellow Music-„muss ich unbedingt beim Kosmonaut sehen„-Liste.

International kann das Festival nicht nur die typischen Österreich und Schweiz anbieten. Mit IDLES und YUNGBLUD haben sie Großbritannien in Petto, Frankreich wird durch die Decibelles vertreten und SOFI TUKKER bringen den Übersee-Flair aus New York mit, während Noga Ekez eine der angesagtesten Künstlerinnen in Tel-Aviv ist.

Wenn nach all diesen Bands die Füße noch nicht zu sehr schmerzen, haben wir nun die zwei ultimativen Tanzpartner für euch: unsere Lieblings-Allgäuer, die Drunken Masters, werden den Stausee (metaphorisch) mächtig abreißen. Der „Ibrahimovic„-Remix ist jetzt schon eine 2018er-Legende. In eine andere Richtung geht es, zum Glück nur musikalisch, bei der Techno-Brass-Band MEUTE aus Hamburg.

Wir nähern uns der Line-Up-Zielgeraden. Kommen wir noch einmal auf deutschsprachige Musik zurück. Da gäbe es zum Beispiel nach Faber, der die Gastgeber auf der letzten großen Hallentour begleitete. „Sei ein Faber im Wind“ und geh hin! Fest und flauschig, aber auch schön und unterhaltsam wird es bei Tausendsassa Olli Schulz, der sein neues Album und ein paar alte Witze aus dem Ärmel schütteln wird. Bei Milliarden haben wir gelernt: Katy Perry sagt mich kriegt niemand klein, sagt ich kann alles sein was ich will.

Böse Zungen würden behaupten, Drangsal wäre der neuste Zuwachs der deutschsprachigen Musikszene. So ganz richtig ist das natürlich nicht. Richtig ist aber, dass unser liebster „Zores“ auf dem Kosmonaut einige neue Songs mit deutschen Texten zur Schau stellen wird.

Last but not least haben wir noch zwei Künstler(innen), die in uns Wellen der Euphorie auslösen. Nummer 1 ist die bezaubernde Kat Frankie, die mit Album und gleichnamiger Single „Bad Behaviour“ den 2018-Soundtrack unserer guten Laune beisteuert. Für die meiste Gänsehaut sorgt aber schon heute die Band HER, die durch von Erfolg & Tragik zugleich gezeichnet ist. Das Liveerlebnis von „Five Minutes“ fiebern wir sehnsüchtig entgegen.

Neben Livemusik-Endorphin-Überdosen bietet das Kosmonaut Festival Freizeitaktivitäten wie Tretboot fahren, Minigolf spielen oder, sehr beliebt und in seiner Art einzigartig, die große Flunkyball-Arena, in welcher auch schonmal Kraftklub gegen AnnenMayKantereit spielen.

Jetzt müsst ihr doch überzeugt sein, oder? Oder? Hier gibts Tickets, dankt uns später:

 https://krasserstoff.com/kosmonautfestival/1015/Tickets




Autorin: Anna Fliege / Photocredit: Kosmonaut Festival

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