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Ein kraftvolles Ventil: Devil May Care & Echoes

Ein kraftvolles Ventil: Devil May Care & Echoes

Verschnaufpausen gönnen uns die Jungs von Devil May Care nur selten – nicht nur was ihre Single-Releases (“Odyssey“, “L.I.A.R.“ und “Our Hope“) und Torbestätigungen in den letzten Monaten angeht, sondern auch albumtechnisch. Mit Echoes (VÖ. 15.03.19) hauen die Würzbürger eine Platte raus, die es in sich hat.


Ein Artikel von Carolin Czarnecki – Don’t judge a book by it’s cover – bei Devil May Care sollte man allerdings schon eine Ausnahme machen. Hingucker ist schon allein das wunderschöne Albumcover, das man sich am liebsten in die Wohnung hängen will und jedem Besucher zeigen will. Allerdings haben die Jungs mehr drauf als nur gute Album-Cover zu präsentieren: denn was drauf ist, ist auch drinnen. Schon allein der Album-Opener “Dead Ember” schlägt dermaßen kraftvoll ein, dass man sich erstmal selber wieder orientieren muss. Ohne Rücksicht auf Verluste preschen sich die Jungs durch einen imposanten Song, der durch die wunderbare Stimme von Tim Heberlein, die den ganz großen Post-Hardcore Bands Konkurrenz macht, zusätzlich untermalt wird.

Genauso schonungslos wie die Songs selber, sind auch die Texte von Devil May Care – textuell handelt Echoes von negativen Gefühlen aus denen man sich eine Realität baut wie im Song “L.I.A.R.”. Wut, Schmerz, Lügen – mit Echoes you’ve got it all. Und so wird mit diesem Album auch der Tod eines Familienmitglieds verarbeitet, was besonders im Albumträger “Echoes“ deutlich wird. So monoton es thematisch auch klingen mag, ist es aber nicht. Devil May Care beweisen, dass man sich auch in einem Themenbereich bewegen kann und trotzdem verschiedene Aspekte durchleuchten kann, ohne aber zu sehr abzudriften.

Zudem zeigen sie sehr eindrucksvoll, wie sehr sich Wut, Schmerz aber auch Liebe nah sein können. Negative Gefühle müssen nicht immer negativ sein – das zeigt Echoes. Diese Kunst beherrschen die Jungs perfekt. Was im Endeffekt dabei rauskommt ist eine Platte die zwischen Silverstein und Emil Bulls anzusiedeln ist und einfach überzeugt. Halbe Sachen? Hier auf keinen Fall!

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Echoes ist ein Album das auch nach dem Hören einem im Kopf bleibt – eine eindrucksvolle Stimme und eine gute Mische aus Songs sind die geheime Rezeptur hinter dieser Platte. Devil May Care zeigen, dass bestimmte Gefühle sich durchaus sehr nah sein können und manchmal auch gar nicht so negativ bleiben müssen wie sie zuerst erscheinen. Im Negativen trotzdem irgendwie das Positive finden, das könnte durchaus eines der Mottos von Echoes sein. Der Band ist es gelungen all ihre Energie in 12 punktgenaue Songs einzufangen und dies nun an uns weiterzugeben. In dem Sinne: anhören!


Autorin: Carolin Czarnecki Foto: Marcel Gollin | Devil May Care Facebook

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