Enno Bunger veröffentlicht mit „Konfetti“ ein neues Lied sowie Musikvideo aus seinem kommenden Album „Was berührt, das bleibt“ (VÖ 26.07.). In dem ergreifenden Video sehen wir Ennos Freundin, Nils und den Sänger selbst, wie sie Nils’ verstorbener Ehefrau mit diesem beeindruckendem Lied und Bildern gedenken.


Wäre Enno Bunger bloß ein musikalischer Dienstleister, würde er seine persönlichen Erfahrungen mit dem Tod ignorieren. Den Menschen, den er tatsächlich verloren hat. Den Menschen, der gerettet werden konnte. Er würde die Spuren auf seiner Seele für sich behalten und in seinen Liedern einfach unverfängliche Phrasen collagieren, wie man es heute so macht.

Aber Enno Bunger ist Künstler. Und als solcher lässt er uns teilhaben. An der Furcht vor dem Diebstahl der Lebenszeit und dem Zorn auf die Unverfrorenheit des Räubers. An der Innigkeit und Nähe, die im gemeinsamen Kampf entsteht. An der Trauer, wenn der Kampf verloren geht und an dem völlig neuen Blick auf das Leben, wenn man ihn gewinnt und seine Zeit nicht länger vergeuden möchte.



Der Schriftsteller und Journalist Oliver Uschmann schreibt über ‚Konfetti‘: „Der Tod ist immer schmerzlich, doch geht jemand im hohen Alter, war die Geschichte auserzählt. Reißt das Schicksal allerdings einen Menschen aus dem Dasein, der einen Großteil des Lebens noch vor sich hatte, herrscht entsetzte Sprachlosigkeit. Wie soll man Worte dafür finden, dass ein Faden gekappt wurde, den alle weit in die Zukunft geknüpft sahen? Was soll man dazu sagen, tausender schöner Erinnerungen beraubt worden zu sein, die gar nicht erst entstehen? Man will nur noch schweigen, so groß ist die Trauer. Oder zu einem Schrei ansetzen, der nie mehr endet, so groß ist die Wut.

In der behutsam arrangierten, sich dramatisch steigernden Ballade „Konfetti“, findet Enno Bunger eine Sprache für das Unaussprechliche. Verse, so intim, dass klar wird, wie hier jeder Taktschlag auf persönlicher Erfahrung beruht. Verse, so einzigartig, wie es einem echten Leben angemessen ist, denn in der Wirklichkeit versterben Individuen und keine Blaupausen. Verse, die nach dem ungeheuerlichen Verlust so viel Liebe und Achtung wie möglich transportieren. Wo in der deutschsprachigen Popmusik das Konfetti sonst auf feiernde Grüppchen hinabregnet, die ihre Tage wie in einer Bierwerbung verbringen, begleitet es hier einen bewegenden Nachruf: „Kannst Du das sehen – wie wir uns vor Dir verneigen? / Die Bäume streuen Konfetti und klatschen mit den Zweigen.“ Der Gedanke, dass ein gutes Leben unsterbliche Spuren hinterlässt, verknüpft diese vierte Single lyrisch mit dem Albumtitel: „Du musstest früher gehen – aber was berührt, das bleibt.“


ENNO BUNGER live

08.10.2019 Essen, Zeche Carl
09.10.2019 Hannover, Musikzentrum
10.10.2019 Dresden, Beatpol
13.10.2019 München, Ampere
16.10.2019 Leipzig, Werk 2
17.10.2019 Göttingen, Musa
18.10.2019 Hamburg, Große Freiheit 36
19.10.2019 Berlin, Festsaal Kreuzberg
21.10.2019 Würzburg, Cairo
22.10.2019 Frankfurt, Mousonturm
23.10.2019 Stuttgart, Im Wizemann
24.10.2019 Heidelberg, Halle 02
26.10.2019 Freiburg, Jazzhaus
28.10.2019 Erfurt, Franz Mehlhose
29.10.2019 Bremen, Schlachthof
30.10.2019 Köln, Gloria
01.11.2019 Osnabrück, Rosenhof
02.11.2019 Magdeburg, Moritzhof
03.11.2019 Rostock, Helgas Stadtpalast


Presse: Check Your Head | Oliver Uschmann / Photocredit: Dennis Dirksen