Manchmal muss ein Tief durchschreiten und dann alles selber in die Hand nehmen. So muss das wohl auch bei Máni Orrason gewesen sein. Mit 16 Jahren in Island einen Riesenhit „Fed All My Days“ gelandet und danach von dem extremen Hoch in ein ebenso dunkleres Tief verfallen.

„I Woke Up Waiting“ ist das Resultat daraus und ein Grund gewesen wieder zum Optimismus und Musik wiederzufinden. Sein mittlerweile zweites Album produzierte, gestaltete und nahm er in kompletter Eigenregie auf, wodurch es sehr persönlich wurde, aber auch das Talent des jungen und begnadetes Songwriters wieder zum Vorschein kam.

Neun wunderbare Songs nehmen einen mit auf die Reise durch verschiedenste Gefühlswelten. Von Höhen und Tiefen und der Suche nach dem wahren Sein und dem eigenen Weg.

„Tell me you see as I see me myself“

 

Mal ruhiger, mal forscher und zum Tanzen auffordernd. Bei „Mothers Milk“ bleibt es da nicht aus, Bezüge zu Pete Doherty zu finden und zu suchen. Ein Song, der einfach nur direkt ist und direkt aus der Seele des jungen Isländers zu sprechen scheint. Das verwirrende und fragile Konstrukt von Beziehungen, Selbstzweifel und welche Wege man darin sieh, finden sich als roter Faden in fast jedem Lied wieder. So sei es bei „You´re Acting Like A Fool“ oder auch beim Titelsong „I Woke Up Waiting“.

Gerade bei „Walking By The River“ wird offenstichtlich wie sehr Máni Orrason mit seiner Vergangenheit haderte und abschloß.

„Most young kings get the heads cut off, I can´t shake the feeling that I had enough, the time passes on and here I am. Writing my songs, my dreams, my plans.“

 

Was hat Máni Orasson, eines DER jungen Talente Islands mit diesem Album vollbracht? Für mich ein Stück Ehrlichkeit und wie gebrochen man sein und wird, wenn man sich selbst fast aufgibt. Der Weg und das Ziel daraus, jeder einzelne Song macht dies mit jedem Ton deutlicher.


Máni Orrason – So ehrlich und verletzend. Für mich mehr als der junge und talentierte Vergleich mit „Pete Doherty“


Foto: Presse Backseat
Text: Nina Paul

 

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