Als ich meine Begleitung nach deren Meinung fragte, das Years & Years Konzert in Berlin in einem Satz zu beschreiben, sagte sie einfach nur: „Ich wünschte, es hätte niemals geendet.“ Und ehrlich gesagt, wer, von den Leuten, die dort waren, tut das nicht?


Ein Artikel von Theresa Liebl – Wer zu einem Konzert des britischen Trios geht, kann einen Abend voller grandioser Pop-Musik und guter Laune, aber noch viel viel mehr erwarten. Die Show begann mit Support Alli Neumann.

Die Hamburgerin erzählte, wie sie selbst auf dem Years & Years Konzert in ihrer Heimatstadt war, und zwei Tage später von einem Anruf überrascht wurde, der ihr den Supportslot für das Konzert in Berlin anbot. Vermutlich kam es auch für viele Fans überraschend, denn an sich würde man die Musik der beiden wahrscheinlich eher weniger verbinden. „Hier wird niemand zu etwas gezwungen. Weil anderssein schon immer sexy war.

Dieses Zitat – von Allis Webseite geklaut – fängt aber den Geist beider Sets gut ein. Allis Musik fühlt sich ehrlich an, hemmungslos. Auch ihre Stimme hat etwas Rohes an sich, das einen in seinen Bann zieht. So war es kein Wunder, dass die Menge gut für die bevorstehende Tanzparty aufgewärmt wurde.

Wer letztes Jahr das Glück hatte bei der Palo Santo Party dabei gewesen zu sein, der wusste bereits, dass ihm ein guter Abend bevorstehen würde. Die Pop-Sensationen Years & Years aus England beehrten die Hauptstadt erneut im Rahmen ihrer Palo Santo World Tour. Von der allerersten Sekunde an hätte man die Energie, die die Columbiahalle erfüllt, quasi mit der Hand fassen können. Olly Alexander, Leadsänger der Band, ist einfach Performer durch und durch. Er weiß wie man vor Publikum abliefert, und das beweist er mit jeder Show aufs Neue.

Mit einer Setlist von 20 Liedern bekamen die Fans auch wirklich etwas für ihr Geld, mit Songs von Palo Santo, aber auch älteren Fan-Favourites von Communion. Wer allein nach den ersten drei Lieder nach stillsteht, dem ist wohl nicht mehr geholfen. Mit einer Bühnenproduktion, die zwar nicht an die der Arenashows der Tour herankommt, für eine mittelgroße Venue wie die Columbiahalle aber trotzdem einiges hermacht, war auch fürs Auge einiges geboten.

Trotzdem war es schwer, die Augen auch nur kurz von Olly zu nehmen, er scheint auf der Bühne, um ein Vielfaches zu wachsen und ist so gefühlt allgegenwärtig. Was bei Years & Years Konzerten aber auch immer einen Großteil der Stimmung ausmacht, ist, dass jeder Raum, egal welche Größe, zum Safe Space wird. So kann sich jeder einfach gehen lassen und tanzen, als gäbe es kein Morgen.


Autorin und Foto: Theresa Liebl