Now Reading
Eivør & „Segl“: Eine Reise der Kontraste und der (Neu-) Findung zu sich selbst

Eivør & „Segl“: Eine Reise der Kontraste und der (Neu-) Findung zu sich selbst

Während der Quarantäne Zeit hat Eivør Pálsdóttir ihre Fans mit mehreren Livestreamkonzerten direkt aus ihrer Wohnung in Kopenhagen/Dänemark schon sehr glücklich gemacht, als sie die ersten Songs vom kommenden Album dort als Akustikversionen präsentierte.

Auch ich gehörte zu diesen glücklichen Zuschauern bzw – hörern und hatte vor kurzem sogar noch das große Glück viele Stücke vom neuen Album Live auf der Bühne zu hören und so nochmals einen besonderen Einblick auf die einzelnen Songs zu bekommen.

Ein Artikel von Nina Paul – Ihre Fangemeinde bewies „Patience“, bis  mit „Segl (via AWAL / Bertus) das neue Werk der Färöerin nun endlich veröffentlicht wird. Nach 3 Vorabsingles und den Livestream-Shows war die Spannung und Vorfreude darauf sehr hoch. Und bei einem konnte man sich schon sicher sein, Eivør Pálsdóttir ist sich und ihrer Musik treu geblieben. So durfte man schon bei den ersten Lauschern auf das Album hören, dass sie musikalisch wieder ihr ganzes Repertoire herausgeholt hat, mit einer Mischung aus skandinavischem Folk, Jazz, Rock, Trip-Hop, klassischen Elementen, Pop, Alternative und natürlich ihrer unbeschreiblichen Stimme.

Ihr Erfolgsalbum „Slor“ (VÖ 2015) hat Eivør um einiges bekannter gemacht und gezeigt, dass auch die kleineren Inseln Skandinaviens mit großartigen Künstlern sich zeigen können. Dabei ist Eivør im Musikbusiness schon sowas wie ein „alter Hase“ und hat schon seit 2000 mehrere Alben veröffentlicht.  Ihre Songs sind dabei über die Jahre teils auf färöisch, englisch, dänisch, schwedisch und isländisch auf den verschiedenen Alben zu hören. Für ihre Fans ist immer wieder ein Highlight bei den Konzerten, wenn sie ihre (Shamanen-) Trommel hervorholt und einen ihrerbekanntesten Tracks, „Trøllabundin“ , spielt.

Mit „Segl“, was soviel wie „Segel“ bedeutet, hat sie nun ihr neuestes Werk veröffentlicht, auf welchem sich wieder Stücke in Englisch und Färöisch Sprachen befinden. Mit „Mánasegl“ (etwa „Mondreise“) startet Eivør ihre musikalische Reise. Vom sich selber finden, die Person an seiner Seite, die Natur, Mut zum Sein und auch die innere Ruhe. Über das Sein in einer Stadt und die vielen kleinen Suchen, bis zu den Kontrasten der Ruhe und Abgeschiedenheit in der färöischen Landschaft.

„Patience“ brachte den ersten Vorgeschmack auf das Album: Eine Ballade, die sich bedingt durch Covid-19 stetig weiter entwickelt hat und somit voller Gefühl und Wahrnehmung ist. Über Zuversicht und Einsicht, packt Eivør mit wenigen Worten viel Gefühl in diesen Song.

Patience, when did you become a stranger?
I hardly know you anymore
Patience, if only we could be together
Want you to come knock on my door

Der nächste Vorbote „Sleep On It“, der wie Eivør erklärt, den Prozess für das Album gestartet hatte, als erster somit geschrieben wurde und Zeilen beinhaltet wie: „Let me sleep on it, Only for tonight, To clear my mind ,When I wake up I’ll have an answer“ zeigt, dass die Musikerin aus Färöer mit ihrer Musik und ihren Texten eine musikalische Selbstreinigung begeht, und sich diese wie eine kontrastreiche Reise durch das gesamte Album ziehen. Bei „Let It Come“ schwebt diese Veränderung, Hoffnung und Einsicht wieder und macht so viel Mut, dass trotz des vielen „blind“- sein Situationen, der Moment kommt, wo einem auf einmal alles klar wird und man sich frei neu entwickeln kann.
Mal geht es um die Wahrheit „Truth“, Ängste „Nothing To Fear“, dann auch wieder um die Stärke von Liebe „Only Love“.

I´ve seen it in my visions, I´ve felt it in my bones, some truth you just have to find on your own

Ein Track, der (mir persönlich) direkt aufgefallen ist, vor allem da er textlich den Kampf um Selbstbewusstsein mit dem Überschreiten des Horizonts einer Stadt gleichsetzt, ist „Skyscrapers“. Der Song baut sich langsam immer mehr auf, bis er durch die Wolkenkratzer der Stadt, die Kontraste bricht und Erlösend wirkt.

See Also


Das Album „Segl“ birgt aber auch mehrere Kollaborationen mit verschiedenen Künstlern. So finden sich Worte des Dichters Marjun Syderbø Kjælnes bei „Gullspunnin“ wieder, was soviel wie „in Gold gehüllt“ bedeutet. Zudem sind die Stimmen von Ásgeir (bei: Only Love) und Einar Selvik (bei: Stirdur Saknur „der gefrorene Verlust“), Frontman von Wardruna, zu hören.

Eivør Pálsdóttir und Kontraste. Wie ein roter Faden ziehen sich diese durch jeden der 11 Songs auf „Segl“. Eine Art Ambivalenz und Abhängigkeit, aber dennoch stetig mit den Unterschieden im Leben im Thema. Vom sich selber verlieren und sich wieder neu zu finden und zu erfinden, wie eben das Leben einem mitspielt und man vom Wind getragen wird – Es gibt eben nicht nur die eine Richtung zu sich selbst.

24.09.20 DK-Odense, Posten
25.09.20 DK-Roskilde, Gimle
26.09.20 DK-Aarhus, Symfonisk Sal
27.09.20 SE-Malmø, Slagthusets Teater
30.09.20 DK-Sønderborg, Sønderborghus
01.10.20 DK-Copenhagen, Store Vega
02.10.20 DK-Aalborg, Intimsalen, Musikkens Hus
03.10.20 SE-Gøteborg, Pustervik
04.10.20 NO-Oslo, Rockefeller
05.10.20 NO -Kristiansand, Kilden
07.10.20 SE-Stockholm, Slaktkyrkan
09.10.20 RU-St.Petersburg, Kolizey Concert Hall
10.10.20 RU-Moscow, Vegas City Hall
11.10.20 CZ-Prague, Palac Akropolis
12.10.20 DE-Leipzig, Täubchenthal
13.10.20 DE-Berlin, Passionskirche
14.10.20 DE-Hamburg, Mojo Club
16.10.20 DE-Köln, Kulturkirche
17.10.20 DE-Aschaffenburg, Colos-Saal
18.10.20 DE-Nürnberg, Z-Bau
19.10.20 DE-Ludwigsburg, Scala
20.10.20 FR-Paris, Maroquinerie
21.10.20 FR-Lille, Aeronef
22.10.20 UK-London, Union Chapel
23.10.20 UK-Manchester, Deaf Institute
25.10.20 UK-Glasgow, St Luke’s
27.10.20 FR – Reims , La Cartonnerie
28.10.20 NL-Amsterdam, Paradiso Noord
29.10.20 DE-Bochum, Zeche
30.10.20 LV-Ventspils, Koncertzāle „Latvija“
01.11.20 LV-Cēsis, Concert Hall
03.11.20 PL-b90, Gdańsk
04.11.20 PL-Proxima, Warszawa

Scroll To Top